Doctor Who zum Ende der zweiten Staffel
Freitag, 29. Juni 2007Seit ziemlich genau einem Monat werden nachmittäglicher Kaffee und/oder feierabendliches Bier regelmäßig nebenan vor dem Fernseher verbracht: Zwei Staffeln ‘Doctor Who‘ sind so gut wie vorbei und ich erlaube mir eine kurze Zwischenbilanz (ohne hinterhältige Spoiler).
In den letzten Jahren habe ich nicht besonders viele Serien gesehen, weil mich der Gedanke an den Zeitaufwand abgeschreckt hat und mich außerdem auch nicht besonders viele angesprochen haben. ‘Doctor Who’ hat trotzdem ziemlich eingeschlagen und das aus sehr verschiedenen Gründen: Sämtliche Charaktere waren mir von Anfang an sympathisch, die Folgen funktionieren als eigenständige Geschichten und die abgedrehten Monster und fremden Welten sind einfach cool!
Der eigentlich Reiz der Serie geht aber von ständigen Brüchen mit Genreregeln aus. Während der Doctor und seine Begleiterin in ihrer blauen Plastikbox durch Zeit und Raum reisen, passiert auf Betrachterebene etwas ganz anderes: Filmgenres und -klischees werden besucht und je nach Folge entweder folgerichtig abgearbeitet (wie z.B. im Fall einer viktorianischen Gespenstergeschichte) oder aber radikal dekonstruiert (der “Verschwörungstheorie-Thriller”) und in den Extremen ist oft kaum noch erkennbar, was eigentlich gerade los ist:
Der Doctor steht im Schlafanzug auf einem fliegenden Felsen über London und führt einen rituellen Schwertkampf gegen den Anführer einer Alieninvasion, um die Erde zu retten. Tatsächlich funktioniert dieses Chaos, ohne zum debilen Klamauk zu werden. Warum das so ist, lässt sich kaum genauer bestimmen, weil auch die eigenen Regeln (oder besser: Gewohnheiten) schon wieder ersetzt wurden, bevor sie wirklich analysierbar wurden.
‘Doctor Who’ hat Spaß gemacht und ich freue mich auf die nächste Staffel! Ob das dann allerdings auch wieder zu so einem Marathon werden wird, weiß ich noch nicht so wirklich…

