Das Lovecraft bluult

Wie schon angekündigt, noch ein paar Worte zum ‘Freakquenzy Roundup 2007‘, der diesjährigen Episode des Party-Urgesteins. Insgesamt war es ein wirklich schöner Abend, auch wenn diverse Leute, mit denen ich felsenfest gerechnet hatte, scheinbar irgendwo verschollen sind. Hier soll es jetzt aber um die Musik gehen - genauer gesagt um eins der vielen Konzerte.

Zumindest für mich hat das Festival gleich mit dem absoluten Highlight losgelegt: ‘Das Bluul‘ haben sich dem ‘The Call of Cthulhu‘ - Stummfilm der H.P. Lovecraft Historical Society angenommen und ihn live neu vertont. Dabei wurde nicht einfach eine Musik gegen eine andere getauscht, sondern gleich der ganze Film umgekrempelt. Die ursprüngliche Musik zielt darauf ab, den Film glaubwürdig als Relikt der 20er Jahren wirken zu lassen (er ist von 2005) und dramatisiert die Story von ‘The Call of Cthulhu’ auf diesem Wege ausgesprochen gut. Hier im Trailer zu sehen und zu hören:

‘Das Bluul’ machen nun etwas ganz anderes: Sie kümmern sich weniger um die Geschichte, dafür aber umso intensiver um die Stimmung des Films. Das kosmische Chaos bricht über scheinbar vertraute Welt herein und lässt nicht viel übrig vom Verstand derjenigen, die im Weg stehen. Das ist im Film zu sehen und wird von der Musik eindrucksvoll unterstrichen, während die Handlung im Hintergrund verschwindet. Das Alles passiert nach den Regeln des Drone: Diverse Instrumente und elektrische Soundspielzeuge werden dazu gebracht, ein Dröhnen zu erzeugen, das Körper und Geist der Zuhörer mit verstörender Kraft packt und betäubt und aufgelöst zurück lässt. Eher untypisch für das Genre - aber darum nicht weniger passend - waren Carstens (’Chronicle of Tyrants‘) Drums, die den kultischen Exzessen auf der Leinwand noch mehr Nachdruck verliehen haben, während sich das übrige Programm als dunkler Soundteppich durch den Abend gewalzt hat.

Schade, dass es keine CDs gab - Ich hätte mich gerne nochmal ohne fremde Bilder mit ‘Das Bluul’ befasst. Im Moment laufen hier gerade der Film und die neue Sunn O))), was interessanterweise auch ganz gut funktioniert. Die enge Verwandtschaft dieser beiden Bands unterstreicht auf der anderen Seite allerdings auch ihre Unterschiede: ‘Das Bluul’ klang aggressiver, gehetzter und wenig dumpf …

… oder, wie schon der Namensgeber beschrieben worden ist: “Das Bluul streckte schwankende Pseudopodien aus. Die lichtgrauen Gebilde stiegen gleich riesenhaften Rüsseln empor. Ihre verdickten Enden verfärbten sich schwarz, als sie in das Vakuum des Raumes hinausstießen. Eine Weile wogten sie wie unentschlossen hin und her. Dann hatten sie ihr Ziel gefunden. Sie richteten sich auf ein grünlich blinkendes Etwas und empfingen die Botschaft über den trennenden Abgrund der Nacht hinweg.das_bluul.jpg

Ein Kommentar zu “Das Lovecraft bluult”

  1. DAS BLUUL
    July 25th, 2007 11:44
    1

    DAS BLUUL verneigt sich für diese vielen wohlwollenden und wohlgewählten Worte.
    Das war wirklich ein gelungenes Experiment.

    Wer neugierig geworden ist, der schaue doch auf unserem myspace-Anwesen vorbei.

    Feel free to travel the Vessel of Drone anytime!

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