Ein Blick auf den Schreibtisch
Eine Woche des Müßigganges neigt sich ihrem Ende entgegen, und es ist langsam an der Zeit, die Arbeit der nächsten Wochen anzugehen. Drei besonders hohe Stapel ragen aus dem Papiersumpf hervor und werden mich wahrscheinlich auch am intensivsten beschäftigen:
Den Anfang macht meine (immer noch unfertige) Untersuchung des Films ‘Das Cabinet des Dr. Caligari’ unter der Frage, inwieweit sich im Motiv des ferngesteuerten Cesare „deutsche Verhältnisse“ erkennen lassen, und wo sich diese Elemente auch im postmodernen Verweisraum noch verorten lassen. Durch das Programm führt Siegfried Kracauer – der Großvater einer antideutschen Kulturtheorie.
Den zweiten Block machen dann die Vilemíten aus: Eine italienische Häretikerkommune, an deren Beispiel ich einen skeptischen Blick auf den „theologisch vermittelten Feminismus des Mittelalter“ werfen möchte. Die Quellenlage ist nicht gerade berauschend, aber im Moment sieht es hier trotzdem noch am entspanntesten aus.
Damit bliebe noch der Bar-Kochba-Aufstand in der rabbinischen Literatur. Meine ursprüngliche Leitfrage nach einem antiken Antisemitismus habe ich inzwischen abgehakt und stehe damit leider wieder ziemlich am Anfang. Ich habe noch ein wenig Literatur über die israelische Rezeption des Aufstandes – möglich, dass ich darüber weiterkomme.
Sollte ich damit schneller fertig werden, als ich mir gerade vorstellen kann, würde ich mich noch mit ‚Hellboy’ befassen, aber dazu dann später mehr. Aufgeschrieben sieht das zwar überschaubarer aus als auf meinem Schreibtisch (und in meinem Kopf), aber langweilen werden ich mich in der nächsten Zeit wohl trotzdem nicht.

