Archiv für August, 2007

Jungle World mit Gimmick

Donnerstag, 30. August 2007

Die Chancen standen ganz gut, schon auf dem Titelblatt der neuen ‘Jungle World’ vom hässlichen Mügeln zu hören. Dass es aber so großartig werden würde, hätte ich nicht gedacht. Ich konnt es mir nicht verkneifen, das Titelbild mit ein wenig Schnibbelei in ein Poster zu verwandeln, und es oben an den Schrank zu hängen. In großen, unsichbaren Lettern ist dort seit heute eine wichtige Erinnerung zu lesen: “Nazis sind Pop!” - ob es so gemeint war, oder nicht.

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Mein neues Poster. (Jungle World 35, 30. August 2007)

Leseabend uff’m Wedding

Mittwoch, 29. August 2007

Im Großen und Ganzen lief mein Berlinbesuch (ganz nach Plan) auf ein dreitägiges Dauergespräch hinaus. Am Sonntag haben wir allerdings kurz pausiert, und sind ins Café Barrikade gefahren, um Thilo Bock und Konrad Endler beim Vorlesen und -singen zuzuhören. Ich hatte Thilos Namen vorher schonmal irgendwo gelesen - im ‘Salbader‘ wahrscheinlich - aber eigentlich kaum mehr als eine grobe Ahnung vom Programm des Abends. Andererseits war dies auch nicht mein erster Besuch bei einer Berliner Lesebühne, die sich dann ja nun doch irgendwo recht ähnlich sind.

Eigentlich war mein Bild auch gar nicht so falsch, wenn man mal davon absieht, dass kaum jemand da war: Als wir etwas verspätet ankamen, haben wir die Zuschauerzahl damit auf zwölf erhöht. Eine sehr überschaubare Veranstaltung also - eine unterhaltsame aber dennoch. Die meisten Texte waren kurze Alltagsgeschichten, die man so oder so ähnlich auch auf der ‘reformbühne heim & welt‘ oder bei den ‘Surfpoeten‘ zu hören bekommt.

Das “Singen” hatte ich in der Ankündigung irgendwie überlesen und entsprechend überrascht war ich, als Konrad plötzlich aufstand und in beachtlicher Lautstärke losschmetterte. Seine grenzdebilen Schlager über den “Strand der Tränen” oder das “Baby ohne Augen” waren eine nette Abwechslung zu den Erzählungen über Haustiere, die ihren Besitzern beim Sex zusehen, Kneipenabende mit Freund und Partnerin oder bekloppten Werbetexte, in denen das Wort “Mineralwasser” gegen “Bier” ausgetauscht wurde - mit deutlichem Spaßgewinn.

Die Veranstaltung abschließend zu bewerten, ist gar nicht so einfach. Wer grundsätzlich Spaß an Tresenliteratur hat, kann den beiden gut zuhören. Das Genre neu zu erfinden, haben sie an diesem Abend aber weder geschafft noch versucht. Ich frage mich allerdings gerade mal wieder, wo genau eigentlich der Reiz dieser Erzählungen liegt (und das auch bis hin zu Wladimir Kaminer, Ahne oder Horst Evers). Gibt es so etwas wie eine Komik der Banalität oder eine Ästhetik des Normalen? Ich kann es nicht sicher sagen, aber es freut mich, dass die Kneipenlesung den Hype offensichtlich überlebt hat und noch immer auch in klein funktioniert.

Don’t Try This At Home

Dienstag, 28. August 2007

Diese appetitlichen Käsestangen lassen sich ohne große Schwierigkeiten selbst herstellen:

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… bei 200 °C für 30 Minuten backen.

Es ist eigentlich nur darauf zu achten, sich dem Ofen während des Backvorganges auf keinen Fall zu nähern, da die intensive Rauchentwicklung auch den abgebrühtesten Bäckermeister zum vorzeitigen Abbruch verleiten könnte.

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Hier unsere zweite Variante ohne Käse.

Ich schaffe meinen Koffer nach Berlin

Freitag, 24. August 2007

… und mich selbst gleich mit. Kurze Funkstille und nächste Woche geht’s dann weiter. Wer sich in der Zwischenzeit langweilt, soll an die frische Luft gehen, oder sich an R-Type versuchen: Zum Beispiel hier.

Spielerei am Abend

Freitag, 24. August 2007

Nach einem guten Jahr Vorlaufzeit habe ich es gestern endlich geschafft, einen alten … Freund und sein Spielzeug zu besuchen. Ein schöner, langer Abend mit ‘R-Type Delta‘, ‘Super Ghouls ‘n Ghosts‘, dem Hirnröster ‘DoDonPachi‘ und anderem Zeug.

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‘Super Mario Land’ auf zwei parallel emulierten Game Boys

Besonders witzig fand ich es, ‘Super Mario Land’ auf zwei emulierten Game Boys gleichzeitig zu spielen: Einfach durchlaufen und sich dabei entspannt über Gott und die Welt unterhalten. Es ist schon interessant zu beobachten, was für Gesprächsthemen sich in so einem kleinen Spiel verstecken. Im Nachhinein kann ich gar nicht mal sagen, ob es das Spiel oder das Spielen war, was so viel Spaß gemacht hat. Diesen Unterschied allerdings überhaupt erstmal anzuerkennen, würde dem öffentlichen Videospiel - Diskurs wahrscheinlich gut tun.

Mitten im dämlichen Gerede über Killerspiele Ego-Shooter und ‘World of Warcraft’ - Zombies haben “wir” scheinbar ganz vergessen, uns der Frage anzunehmen, wie schlimm es eigentlich wirklich ist, dass “die Kinder ja heutzutage nur noch vor der Glotze rumhängen”. Oder anders: Videospiele haben eine soziale Funktion, die meist entweder gar nicht gesehen, oder aber durchweg negativ dargestellt wird. Ich werde es jetzt sicher nicht zu meiner Mission machen, den Ruf der Spiele zu retten - aber manchmal wundert es mich doch ein wenig, wie man so spricht.

Tippen will gelernt sein

Dienstag, 21. August 2007

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Ausschnitt aus meiner Kinokarte

Ich habe wirklich gespannt auf den Vorspann gewartet, weil ich nicht mehr sicher hätte sagen können, wer hier gerade im Irrtum ist. Mustererkennung ist doof!

Ain’t No Sunshine

Dienstag, 21. August 2007

Vor ein paar Jahren war das Stemweder ‘Umsonst & Draußen’ noch ein absolutes Muss in meinem Jahresplan. Nachdem ich erst vom Dauercamper zum “Touristen” geworden bin, kann ich mir jetzt gerade nicht vorstellen, im nächsten Jahr überhaupt noch zu fahren.

Dass die Musik nicht mein Ding sein würde, habe ich vorher gewusst (und es wäre auch Quatsch, daraus einen ernsthaften Vorwurf zu stricken), aber auf ein so hohes Maß an aggressivem Rumgepöbel war ich nicht vorbereitet. Alkoholisierte Menschenmassen sind nicht immer nur angenehm, klar. Aber hier hatte dieses unvermeidliche Ärgernis leider noch eine besondere Qualität: Junge Menschen verkleiden sich als Punks, um dann ohne Klassenaufsicht die Sau rauszulassen - alles im Geist des Events, der Coolness und des Andersseins. Da wird gröhlend und schupsend durch Menschenmassen gepflügt, jungen Frauen irgendwelche Scheiße hinterher gebrüllt oder mit diversen Fahrzeugen zwischen Zelten herumgebrettert.

Natürlich ist das nicht die Schuld des Veranstalters. Ich finde es gut, wie engagiert da ohne Bezahlung gearbeitet wird (”Verräterbier” - Gelaber hin oder her) - und entsprechend schade, wie damit umgegangen wird. Vielleicht ist das Alles aber auch einfach ein Problem mit meiner Erwartungshaltung an ein Volksfest, dem der Ruf anhaftet, mehr als eben das zu sein.

Darauf scheint übrigens auch ein Filmteam von arte hereingefallen zu sein, das auf der verzweifelten Suche nach Hippies über das Gelände gelaufen sein soll. Erfolgreicher waren da die Spaßvögel von der Polizei, die das Spektakel als Köder zweckentfremdet haben und mit viel Trara eine lächerliche Menge illegalisierter Drogen einkassieren konnten - Herzlichen Glückwunsch!

Auf Nachtschicht

Montag, 20. August 2007

So furchtbar viel kann ich zur ‘Nachtschicht‘ leider gar nicht sagen, weil ich gerade mal die Hälfte der Programmpunkte mitbekommen habe. Danach sind wir nicht vor den Filmen, sondern vor der Kälte geflohen, die natürlich ausgerechnet in dieser Nacht besonders heftig zuschlagen musste.

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Dunkel jetzt, ne?

Ansonsten war’s aber sehr nett. Der erste Block kam vom ‘Unabhängigen FilmFest Osnabrück‘: Durchgängig gut gemachte Kurzfilme (Filmhochschule hier, Akademie des Films da), die mir zwar manchmal fast ein wenig zu “rund” waren, an sich aber viel Spaß gemacht haben. Aus dem Zweiten bin ich nicht ganz schlau geworden: Manuelles Überblenden zwischen verschiedenen Filmen mit schickem Effekt zu guter Musik - ok. Irgendwie ging es wohl um die USA und eine Reise. Ob die Symbolschlacht vom Anfang (Flaggen, ‘Holy Bible’ und ‘Viva Coca Cola’) allerdings Kritik, Hommage oder augenzwinkerndes Perspektivendingsi sein sollten, wusste ich auch nach den 1 1/2 Stunden noch nicht so genau.

Nach einem schnellen Umzug ans Feuer gab es dann nochmal Kurzfilme - diesmal vom parallel laufenden ‘Filmfest Weiterstadt‘. Mir haben sie noch etwas besser gefallen als die Ersten, auch wenn das Gucken zwischen den anderen Wärmesuchenden und ihren Gesprächen deutlich anstrengender war. Irgendwann mussten wir dann aber endgültig vor der Kälte kapitulieren und uns früher als geplant zurückziehen. Schade vor allem um das EMAF - Programm, nachdem ich es schon nicht zum Festival geschafft hatte.

Beruferaten, heiteres

Donnerstag, 16. August 2007

Und wieder eine Pause mit nichts als Unfug verbracht. Nette Spielidee, auch wenn sich der Schwierigkeitsgrad komisch entwickelt.

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Na, wer ist das? Wer’s zuerst sagt, hat’s zuerst gesagt!

Hässliche Fantasy I: Literaturverzeichnis

Donnerstag, 16. August 2007

Wie neulich schon angedroht, habe ich inzwischen damit angefangen, über die “Hässlichkeit der Fantasy” nachzudenken. Im Moment stehe ich noch ganz am Anfang meiner Überlegungen, aber es zeichnet sich so langsam ab, dass etwas mehr dabei herauskommen wird, als ein Blogeintrag.

Bisher habe ich nicht mal den Gegenstand bestimmt (weder zu ‘Fantasy’ noch zu ‘hässlich’ könnte ich in meinem Sinne viel sagen), auch wenn mir natürlich klar ist, dass es zwischen Conan, Elric, Jar Jar Binks und Harry Potter den ein oder anderen Unterschied gibt. Diesen Beitrag schreibe ich jetzt schon, um die - hoffentlich wachsende - Literaturliste zu dokumentieren und einmal in die Runde zu fragen, wer noch Spannendes über “Fantasy und Gesellschaft” gelesen hat.

  • Thomas Le Blanc und Bettina Twrsnick (Hrsg.): Traumreich und Nachtseite. Die deutschsprachige Phantastik zwischen Decadence und Faschismus.
  • Birgit Döffinger: Das Ende des Dritten Zeitalters. Tolkiens “Herr der Ringe” zwischen Hochliteratur und populärem Fantasy-Roman
  • Sabine Kleine: Häßliche Träume. Literarische Phantastik und das anti-ästhetische Projekt der Moderne
  • Eike Kehr: Die wiederbezauberte Welt. Natur und Ökologie in Tolkiens “The Lord of the Rings”
  • Thomas Le Blanc und Bettina Twrsnick (Hrsg.): Macht und Mythos
  • Linda Waack: Mittelerde ein Konzept der Moderne? Die Zwischenkriegszeit im Spiegel von J.R.R. Tolkiens “Herr der Ringe”