Archiv für September, 2007

Was tun?

Samstag, 29. September 2007

Es ist schon bitter, wenn man ohne Klassenaufsicht in einer fremden Wohnung sitzt und zu müde zum Randalieren ist. Aber was dann? Kaffee ist zwar gekocht, hält aber sein Versprechen nicht.

Hier gibt es viele gute Dinge und einen Fernseher. Lovecrafts ‘Das Schleichende Chaos‘ liegt herum, mein iPod mit einem ungehörten Vortrag von Stephan Grigat (Café Critique) gleich daneben - beides schon getestet und beides hat es nicht gebracht.

Auf einem Zettel steht eine Telefonnummer für den Fall der Langeweile. Gesellschaft klingt gut, dafür wieder quer durch Berlin zu fahren allerdings weniger. Jetzt wird sogar das Nörgeln fad und damit gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Raus an die Luft, oder rein ins Bett.

Entheovision - So zwischendurch

Samstag, 29. September 2007

Die Fahrt nach Berlin und eine viel zu kurze Nacht im Nacken, habe ich jetzt den Feierabend des ersten Entheovision - Tages eingeläutet. Details zu den einzelnen Vorträge werde ich nach dem Kongress berichten - hier nur die ersten Eindrücke:

Wie bereits angekündigt, ist die Veranstaltung nicht gerade von Besuchern überlaufen. Für mich war es dadurch ganz entspannt (man konnte problemlos einen Platz finden, saß aber trotzdem nicht allein in der Gegend herum), dem Veranstalter hätte ich aber durchaus noch ein paar Gäste mehr gewünscht. Wer morgen spontan Lust bekommt, soll sich ruhig auf den Weg machen!

Das Programm war so abwechslungsreich, wie das Publikum bunt gemischt. Meine erste Sorge, hier das Gegenstück zu Hunter Thompsons Besuch bei den Bezirksstaatsanwälten zu erleben, hat sich jedenfalls nicht bestätigt. Insgesamt haben sich die Anstrengungen gelohnt, obwohl ich wegen des lästigen Regens nicht einmal mit durch den Garten gewandert bin. Vielleicht morgen.

Im Anschluss an ‘Tag 2′ werde ich classless zum Berliner Kunstsalon verfolgen, wo er mit dem Subkommando für die freie Assoziation Cut - up - Dinge präsentieren wird. Klang interessant und macht (noch) mehr aus dem Tag. Danach werde ich wieder müde sein, aber davon erzähle ich dann später.

Back to Bananenrepublik

Donnerstag, 27. September 2007

Der Brettspiel - Klassiker ‘Junta’ wird im Oktober seine Wiederbelebung erfahren: ‘Pegasus Spiele’ veröffentlicht eine überarbeitete Neuauflage, und endlich kann man die schmutzige Revolution wieder zu Hause erleben. Im Streit um die begehrten Junta - Posten wird bestochen, gemordet und Entwicklungshilfe verschleppt. Gewonnen hat, wer aus den (Konter-) Revolutionen die meiste Kohle abziehen konnte.

junta.jpg

Mit freundlicher Genehmigung von Rechteinhaber ‘Pegasus Spiele‘.

‘Junta’ hat sich schon in der Originalausgabe großartig gespielt - die Neuauflage wird dabei aber auch noch gut aussehen. Der Preis liegt knapp unter 30 €, wofür man das Original auch bei eBay nur mit sehr viel Glück finden kann.

Wer das Spiel dann wider Erwarten doch nicht leiden kann, sollte es einfach an die Antiimps aus seiner Nachbarschaft verschenken, die sicher ganz besonderen Spaß mit ihren revolutionären Subjekten haben werden.

Karwan Baschi wird 50

Mittwoch, 26. September 2007

Nach knapp drei Monaten und 49 Beiträgen kann ich die Fragen vom Anfang immer noch nicht beantworten. Das “Betexten einer Baustelle” ist heute deutlich richtiger als damals (wer diese Seite mit dem Internet Explorer besucht, wird wissen, was ich meine), und besonders suchmaschinenfreundlich geht es hier leider auch noch nicht zu.

Inhaltlich bin ich mit einigen Beiträgen sehr zufrieden und mit anderen weniger - keine große Überraschung, würde ich sagen. Insgesamt fühlt sich die Bloggerei immer noch nach ersten Gehversuchen an, und auch wenn es im Moment sehr ruhig ist, habe ich den Spaß an der Sache noch nicht verloren.

Danke für euer Lesen und eure (öffentlichen und privaten) Rückmeldungen! Das war die Nummer 50 und demnächst geht es dann weiter mit irgendwas.

Monster in Oldenburg

Montag, 24. September 2007

Wieder was für den Terminkalender: Vom 3. - 6. Oktober 2007 findet in Oldenburg die Tagung ‘How To Make A Monster. Zur kulturellen Konstruktion und Codierung von Schreckgestalten.‘ statt. Das Programm sieht gut aus und die Teilnahme ist kostenlos. Auch wenn sich die Veranstaltung” insbesondere an ein studentisches Publikum” richtet, sind alle Interessierten eingeladen.

Die Literaturwissenschaftler der Carl von Ossietzky Universität sind inzwischen schon einige Semester mit der (postmodernen) Monsterhatz beschäftigt, und auch die auswärtigen Referenten haben einige Veröffentlichungen zum Thema auf dem Mark. Gute Voraussetzungen für eine interessante Tagung, an der ich auch in jedem Fall teilnehmen werde.

Arbeitsauftrag von den Bahamas

Donnerstag, 20. September 2007

Mit einiger Verspätung haben Tante und ich gestern Justus Wertmüllers Vortrag ‘Antikapitalistisches Kameradschaftstreffen in Heiligendammgehört. Neben einigen eher unterhaltsamen Attacken auf linke Selbstverständlichkeiten stellt der Vortrag eine interessante Analyse des zivilisationsfeindlichen Weltbildes linker und rechter G8 - Gegner dar.

In diesem Zusammenhang kommt Wertmüller mal wieder auf die Banlieue - Randalen (manch einer fühlt sich wahrscheinlich unangenehm an die überdeutlichen Worte von damals erinnert) und die “vorab - Analysen” von Hardt und Negri:

“Die hochtheoretischen Menschen Herr Negri und Herr Hardt nennen das Gesindel einfach Multitude - Was aber nichts anderes ist als die Bezeichnung einer diffusen anti - zivilisatorischen, anti - amerikanischen Stimmung, die in irgendwelchen Köpfen drin ist, und die dann freigesetzt werden solle, als eine kollektive Erruption der Zerstörung.”

Im Nebensatz empfiehlt er, die ‘Empire‘ - Lektüre unter diesem Gesichtspunkt nochmal aufzufrischen. Ich habe gerade beschlossen, diesem Vorschlag nachzukommen und meinen Bücherstapel entsprechend umzubauen: ‘Empire’ und ‘Multitude’ liegen jetzt oben drauf.

Falls jemand Lust und Zeit hat, würde ich mich über Mitleser und Diskutanten freuen! Der erste Schritt wäre, die beiden Bücher auf der Suche nach “Gesindel” zu lesen und dann auf irgendeinem Wege ins Gespräch zu kommen.

Entheovision in Berlin

Samstag, 15. September 2007

Es ist mal wieder an Zeit für unbezahlte Werbung. Ob ich selbst hinfahren kann, weiß ich noch nicht genau, aber das Programm sieht ausgesprochen vielversprechend aus. Genaueres weiß der Veranstalter zu berichten.

Update: Bis Freitag könnte man noch die wundervollen ‘Hamburg -> Berlin für 9,00 €’ - Tickets bestellen. Na?

entheovision.jpg

Drei Wünsche und ein Lebenszeichen

Donnerstag, 13. September 2007

Ich habe im Moment leider nicht genug Zeit, um hier einen längeren Eintrag zu hinterlassen. Bald ist der Ärger aber auch wieder vorbei und dann wünsche ich mir dieses schöne Kissen, so ein schmackhaftes Getränk und eine Karte für dieses fröhliche Konzert.

Aus aktuellem Anlass

Montag, 10. September 2007


Sind sie nicht schick?

Zum Angriff auf Rabbiner Gurevitch

Sonntag, 09. September 2007

Auch wenn sie inzwischen recht weit verbreitet ist, hier noch einmal die gestrige Nachricht von ‘Honestly Concerned‘ (nicht weiter kommentiert):

Schwere Messerattacke auf Lubavitcher Rabbiner - Bericht eines Krankenbesuches…

Der Lubavitcher Rabbiner in Frankfurt am Main, Rabbiner Zalman Gurevitch, wurde gestern Abend auf dem Nachhauseweg von der Synagoge auf der Eschersheimer Landstraße, Ecke Neuhaußstraße mit arabisch klingenden Worten angesprochen. Als Rabbiner Gurevitch den südländisch / arabisch / marokkanisch aussehenden Jugendlichen, der in Begleitung von zwei weiteren Jugendlichen war, freundlich ansprach, um zu fragen was er gesagt habe, wurde er unmittelbar beschimpft und bevor er wußte wie ihm geschah, wurde er sehr schnell in den Bauch “geboxt” - wie er zuerst dachte. Sekunden später jedoch mußte er realisieren, daß dies mehr als nur ein einfacher Stoß in seinen Bauch war. Der Jugendliche zog das Messer wieder heraus, hob es drohend empor, beschimpfte ihn weiter und sagte sinngemäß “Dich Juden werde ich jetzt umbringen”. Rabbiner Gurevitch - schrie sofort laut nach der Polizei und nach Hilfe. Gleiches taten seine zwei noch unter Schock stehenden Begleiter - Besucher von auswärts, die er eigentlich zu sich nach Hause zum Shabbat Mal eingeladen hatte. Die Jugendlichen rannten daraufhin sofort weg - nach Ihnen wird von der Polizei aus gefahndet.
Rabbiner Gurevitch, mittlerweile stark blutend wurde im Krankenhaus sofort einer Not-OP unterzogen. Sein Darm wurde nur knapp verfehlt, so daß er von G-ttes Fügung spricht, daß er noch lebt.
Derzeit befindet sich Rabbiner Gurevitch noch auf der Intensivstation. Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut. Seine Frau ist bei ihm. Das Krankenhaus wird überflutet von Besuchern, angefangen von einzelnen besorgten Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, die nach und nach von der Schreckenstaten erfahren, bis hin zum Rabbiner der Gemeinde, den “Yeshiva Bruchas”, usw.
Rabbiner Gurevitch gab seine ausdrückliche Erlaubnis über dieses Horrorerlebnis zu berichten und auch wenn er, wie wir alle, G-tt dankt, daß ihm nichts passiert ist, so sieht er diesen Anschlag als Aufforderung sich noch stärker gegen Antisemitismus einzusetzen! Das letzte was er möchte ist, daß diese Tat von der Polizei oder den Medien verharmlost, oder gar unter den Teppich gekehrt wird!
Wir wünschen Rabbiner Gurevitch und seiner Familie alles Gute und schnelle Genesung!