Zum Angriff auf Rabbiner Gurevitch
Auch wenn sie inzwischen recht weit verbreitet ist, hier noch einmal die gestrige Nachricht von ‘Honestly Concerned‘ (nicht weiter kommentiert):
Schwere Messerattacke auf Lubavitcher Rabbiner - Bericht eines Krankenbesuches…
Der Lubavitcher Rabbiner in Frankfurt am Main, Rabbiner Zalman Gurevitch, wurde gestern Abend auf dem Nachhauseweg von der Synagoge auf der Eschersheimer Landstraße, Ecke Neuhaußstraße mit arabisch klingenden Worten angesprochen. Als Rabbiner Gurevitch den südländisch / arabisch / marokkanisch aussehenden Jugendlichen, der in Begleitung von zwei weiteren Jugendlichen war, freundlich ansprach, um zu fragen was er gesagt habe, wurde er unmittelbar beschimpft und bevor er wußte wie ihm geschah, wurde er sehr schnell in den Bauch “geboxt” - wie er zuerst dachte. Sekunden später jedoch mußte er realisieren, daß dies mehr als nur ein einfacher Stoß in seinen Bauch war. Der Jugendliche zog das Messer wieder heraus, hob es drohend empor, beschimpfte ihn weiter und sagte sinngemäß “Dich Juden werde ich jetzt umbringen”. Rabbiner Gurevitch - schrie sofort laut nach der Polizei und nach Hilfe. Gleiches taten seine zwei noch unter Schock stehenden Begleiter - Besucher von auswärts, die er eigentlich zu sich nach Hause zum Shabbat Mal eingeladen hatte. Die Jugendlichen rannten daraufhin sofort weg - nach Ihnen wird von der Polizei aus gefahndet.
Rabbiner Gurevitch, mittlerweile stark blutend wurde im Krankenhaus sofort einer Not-OP unterzogen. Sein Darm wurde nur knapp verfehlt, so daß er von G-ttes Fügung spricht, daß er noch lebt.
Derzeit befindet sich Rabbiner Gurevitch noch auf der Intensivstation. Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut. Seine Frau ist bei ihm. Das Krankenhaus wird überflutet von Besuchern, angefangen von einzelnen besorgten Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, die nach und nach von der Schreckenstaten erfahren, bis hin zum Rabbiner der Gemeinde, den “Yeshiva Bruchas”, usw.
Rabbiner Gurevitch gab seine ausdrückliche Erlaubnis über dieses Horrorerlebnis zu berichten und auch wenn er, wie wir alle, G-tt dankt, daß ihm nichts passiert ist, so sieht er diesen Anschlag als Aufforderung sich noch stärker gegen Antisemitismus einzusetzen! Das letzte was er möchte ist, daß diese Tat von der Polizei oder den Medien verharmlost, oder gar unter den Teppich gekehrt wird!
Wir wünschen Rabbiner Gurevitch und seiner Familie alles Gute und schnelle Genesung!



September 15th, 2007 13:36
Also in unserer regionalen Tageszeitung (Osnabrücker Zeitung bzw. Meller Kreisblatt) wurde heute über den Fall berichtet. Es heißt, dass der Täter gefasst sei und dass er ohne antisemitischen Hintergrund gehandelt habe. Er habe sich von dem Rabbi angegriffen gefühlt! Es handelt sich um einen 22-jährigen Deutschen afghanischer Herkunft.
September 15th, 2007 15:24
Ja, darüber streiten sie sich gerade. Im Radio wurde eben ein Kriminologe zitiert, der von “nicht ausschließlich antisemitischer Motivation” gesprochen hat, und damit auf ähnliche Weise zum unangemessenen Aufatmen verführt hat, wie Deine Zeitung.
Fast jede Form des Antisemitismus findet ihre Begründung darin, dass sich irgendwer von irgendeinem (oder auch: von allen) Juden bedroht FÜHLT. Dass hier die Vorstellung vermittelt wird, ein Rabbiner sei durch die Stadt geschlichen und habe einen Jugendlichen angegriffen, der sich dann gerade noch mit dem Messer verteidigen konnte, finde ich nur noch albern.
Ich habe übrigens keine andere Zeitung gefunden, die den Antisemitismus des Täters jetzt schon verneint. In der dpa-Meldung, die fast allen Artikeln zugrunde liegt, ist dafür aber der Ausruf des Täters abgedruckt: “Scheiß-Jude, ich bringe dich um!”
September 16th, 2007 18:04
Nicht ohne Grund nenne ich “unsere” Zeitung auch Meller Käseblatt!
Sie fällt auch immer mal wieder negativ auf, wenn Sie für die CDU im LK Osnabrück Werbung macht!