Heiligenwas? Ach ja, richtig …
Der G8 - Gipfel liegt nun schon einige Monate zurück. Die Beteiligten sind längst wieder zu Hause und wahrscheinlich ganz zufrieden mit ihren Schlachten für die Weltrevolution (vor dem Zaun) oder den Klimaschutz (hinter dem Zaun). Ich war nicht dabei. Keine Lieder über Paule an den brennenden Mülltonnen der nachkapitalistischen Gesellschaft. Naja …
Nochmal zur Erinnerung: Linksradikaler Größenwahn hat es mit der schlagfertigen Hilfe eines durchgeknallten Polizeiapparates geschafft, eine ausgesprochen erfolgreiche Mobilisierung zu veranstalten. Herbert Grönemeyer und seine Fans mussten tatsächlich kurz auf Sendezeit verzichten, weil die “Radikalen” unterwegs waren. Krawall gab’s auch und so konnte man sich, je nach Geschmack, entweder kräftig austoben oder empört distanzieren.
Ich krame diese Geschichte jetzt wieder hervor, weil sich inzwischen recht viel Material für die Adepten der Linksradikalogie angesammelt hat. Insbesondere für jene, die auch über den (gerechtfertigten) Vorwurf der Sinnlosigkeit hinaus, Kritik an der Kritik leisten wollen:
Schon vor dem Gipfel gab es den Versuch einer Demobilisierung von antideutscher Seite. Für diese Veranstaltungen wurde der Reader ‘why your revolution is no liberation‘ erstellt, der jetzt online verfügbar ist. Auch ganz interessant ist ein Mitschnitt der Diskussionsveranstaltung ‘game the player - play the fight - fight the play, häh?!?‘, auf der sich über Sinn und Unsinn der Mobilisierung gestritten wurde. Das Referat der ‘Gruppe 8. Mai’ ist auch in schriftlicher Form verfügbar. Der neueren Diskussion vom Antifacamp Oberhausen kann man ebenfalls zuhören und der bereits verlinkte Vortrag ‘Antikapitalistisches Kameradschaftstreffen in Heiligendamm‘ von Justus Wertmüller ist auch noch online.
Falls jemand noch mehr hat: Ab in die Kommentare damit!
Nachträge:
- Ein Interview mit Christian von der ‘Antifetischistischen Aktion’ (Gruppe 8. Mai) bei Radio Corax.



November 4th, 2007 03:10
[...] wollte ich mich gleich auf das Titelthema ‘Heiligendamm’ stürzen, um was für meine Sammlung zu tun, aber dann habe ich doch lieber hinten [...]