Vortrag (OS) - Oldenburg ist nicht New York

Ein Veranstaltungshinweis für ganz Schnelle: Heute Abend geht es in Osnabrück um Antiamerikanismus. Ich gebe direkt ab an den Ankündigungstext [via rock-n-riot]:

Oldenburg ist nicht New York.
Zu Kontinuität und Wandel des Antiamerikanismus

In einer jüngst veröffentlichen Broschüre der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di – die den bezeichnenden Titel Finanzkapitalismus. Geldgier in Reinkultur! trägt – hetzen die Autoren gegen amerikanische „Heuschrecken“, die mittels so genannter Hedge-Fonds einen Krieg gegen deutsche Unternehmen führen würden. Im Fall eines Oldenburger Fotodienstleisters konnte die vermeintliche Invasion noch einmal abgewehrt werden: „Diesmal hat noch Oldenburg gegen New York gewonnen. Doch die Angriffe gehen weiter“. Ver.di und die restliche Gemeinschaft der Globalisierungskritiker von attac bis NPD sehen sich und die Welt von einem omnipräsenten und übermächtigen Feind bedroht, den Vereinigten Staaten von Amerika. Im wahnhaften Bewusstsein moralischer Antikapitalisten von rechts bis links werden die USA nicht nur als verantwortlich für die so genannte Globalisierung halluziniert und verteufelt. Vielmehr nehmen sie den Hegemon als universale Bedrohung wahr, der die ganze Welt mit Hollywood-Filmen, McDonald’s-Filialen und Killerspielen „amerikanisiert“, um so der Welt seinen „way of life“ aufzuzwingen. Im Weltbild der Amerikahasser werden alle Übel kapitalistischer Vergesellschaftung personifiziert und den Vereinigten Staaten und ihren Bürgern zugeschrieben.

Im Vortrag wird aufgezeigt, dass die Amerikafeindschaft seit der Gründung der Vereinigten Staaten existiert, und wie die antiamerikanische Ideologie trotz ihrer jeweils spezifisch-historischen Ausdrucksformen seit mehr als 200 Jahren ein hartnäckiges Eigenleben führt. Des Weiteren wird die Rede davon sein, wie antiamerikanische und antisemitische Projektionen ineinander übergehen, wie sehr also der Hass auf Amerika im Innersten mit dem Hass auf die Juden verknüpft ist.

Anja Worm ist Mitherausgeberin der Broschüre „Staatssubjekt Kapital. Texte zur Diskussion um Faschismus, Krieg und Krise“ (Halle/Saale 2004). Peter Siemionek schreibt für die Zeitschrift Bahamas. Beide sind im Diskussionskreis „Materialien zur Aufklärung und Kritik“ assoziiert.

Donnerstag 20.12.2007 / 20.00 Uhr / Osnabrück / EW-Gebäude der Uni, Raum 15/113

Ein Kommentar zu “Vortrag (OS) - Oldenburg ist nicht New York”

  1. »Osnabrück ist nicht Berlin« | Karwan Baschi | Paules Blog
    December 21st, 2007 22:35
    1

    [...] ich gestern ohnehin reisen musste, habe ich mir eine kurze Pause in Osnabrück erlaubt und den, gestern noch kurzfristig angekündigten, Vortrag »Oldenburg ist nicht New York« besucht. Anja Worm und Peter Siemionek sprachen über [...]

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