Archiv für Januar, 2008

Marx in Bewegung

Donnerstag, 31. Januar 2008

Was macht eigentlich die Hochschulgruppe der Linkspartei (die mit diesen drei lustigen Buchstaben im Namen), wenn sie nicht gerade Delegationen in Schurkenstaaten schickt? Überraschung: Sie liest gemeinsam das Kapital, oder plant zumindest, das demnächst mal zu tun.

Ab dem Wintersemester 2008/09 soll an jeder deutschen Uni das ganze Kapital gelesen und diskutiert werden. Die verschiedenen Gruppen sollen sich via Internet und Großveranstaltungen weiter vernetzen, um von der Arbeit an den anderen Universitäten zu profitieren; klingt alles erst einmal etwas abenteuerlich, könnte aber eine spannende Sache werden. Neben personellen Unzumutbarkeiten, die es hier und da sicher geben wird, steht und fällt der Lektürekurs mit seinen Dozenten. Die heißen hier “Teamer” und müssen, über den Sommer, noch von Michael Heinrich und anderen fit gemacht werden. “Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig.” Naja, ich bin gespannt.

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Zum Flyer

Grundsätzlich ist der Gedanke, das Kapital im großen Stil an die Unis zu tragen, ja ein guter. Das ständige Gerede von der Bewegung macht allerdings misstrauisch und was von dieser Teamer-Didaktik zu halten ist, wird sich auch erst noch herausstellen müssen. Es kann allerdings trotzdem nicht schaden, diese “neue Kapitallesebewegung” im Auge zu behalten.

Bubble Bobble

Mittwoch, 30. Januar 2008

Ich habe keine Zeit! Wem das nicht so geht, oder wer gar mit wundervoller Langeweile gesegnet ist, soll ‘Bubble Bobble‘ spielen. Hier zum Beispiel:

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Wikipedia mal wieder: “In der Philosophie des Existentialismus ist Langeweile ein Grundzustand der menschlichen Existenz.

Verkürzte Brecht-Zitate

Mittwoch, 30. Januar 2008

Der aktuelle SPIEGEL verrät, was es mit dieser “verkürzten Kapitalismuskritik” auf sich haben soll, von der immer alle so wütend reden. Brechts Bert fragte in der Dreigroschenoper so schön, wie auch zu Recht: “Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?” Heute, im Zeitalter von Karawanen-, Turbo- oder eben Casinokapitalismus, klingt es dann so:

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So titelt der SPIEGEL.

Ein netter Scherz, der als Aufkleber auf Wahlwerbung der Linkspartei vielleicht lustig gewesen wäre. Auf dem SPIEGEL lässt’s immerhin noch schmunzeln - wenn auch auf Rechnung der kreativen Wortverdreher.

Antisemitismuskritik light

Dienstag, 29. Januar 2008

Leider hat sich mein Problem mit dem unentspannten Zeitplan, über Wochenende und Konferenz, eher verschärft als entzerrt. Weil die Referate allerdings ohnehin mitgeschnitten wurden und demnächst beim Bündnis gegen Appeasement zu finden sein werden, habe ich meine eigene Berichterstattung deutlich zurück gefahren und werde jetzt erst einmal in Ruhe abarbeiten, was sich hier an Entwürfen und Gedanken angesammelt hat.

… angefangen mit dem Polylux-Bericht Jüdische Schüler in Angst aus der letzten Woche. Dass ein Bekenntnis zum Judentum in der europäischen Öffentlichkeit nicht ungefährlich ist, weiß jeder, der es nicht übersehen wollte, nicht erst seit gestern. Wie viele Menschen sich nun angesichts minderjähriger Judenhasser auf Berliner Schulhöfen “schockiert” zeigen, ist für sich schon ein Trauerspiel, aber vielleicht hilft’s ja wenigstens etwas bei der Bewusstseinsnachhilfe.


Polylog juedische schueler @ www.polylog.tv/videothek

Wer über ausreichende Schmerzfreiheit verfügt, könnte sich auch noch die Diskussion der Zuschauer antun; muss aber wirklich nicht sein.

Der erste Streich

Freitag, 25. Januar 2008

Tjark Kunstreichs Vortrag ‘Islamismus und Homosexualität‘ in Hamburg ist vorbei und ich bin inzwischen doch schon arg angeschlagen von der ganzen Fahrerei. Insgesamt war der Abend leider etwas unbefriedigend: Für das letzte und eigentlich interessanteste Drittel des Vortrags war ich zu müde und für Phex und den freundlichen Saalschutz von bad weather hätte ich gerne mehr Zeit gehabt. Eigentlich wäre eher mal wieder eine längere Hamburgreise an der Reihe gewesen, als wieder so eine Stippvisite unter Zeitdruck.

Hauptsache, bis zur Konferenz kommt hier noch etwas Ruhe auf. Der Wecker, der mich in vier Stunden wieder auf die Reise schicken soll, sieht in dieser Hinsicht allerdings nicht sehr vielversprechend aus. Immerhin ist die Reiselektüre bisher sehr unterhaltsam!

Samstag den Doctor angucken

Mittwoch, 23. Januar 2008

Ab kommendem Samstag gibt es jede Woche zwei Folgen ‘Doctor Whoauf Pro7 (um 17.00 und 18.10 Uhr). Dank zwei Jahre alten DVD-Boxen und finsteren Raubkopierern ist das zwar kein wirklicher Geheimtipp mehr, aber vielleicht ist ja doch noch irgendwer an dieser großartigsten aller Serien vorbei geschlittert.

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Doctor Who - Logo

Anstatt die erste Folge zu zerspoilern, sage ich einfach nur: Angucken, Spaß haben und Nerven bewahren, wenn ab Sonntag die großen “die Synchro war ja mal voll Scheiße - Guck Original, du Depp!” - Belehrungen aufgefahren werden.

Nachtrag: creep berichtet von den furchtbar miesen Quoten des Serienstarts. Schade.

Gedenken an »Asoziale«

Mittwoch, 23. Januar 2008

Auch, wenn mir mein übervoller Kalender höchstens Zeit für einen kurzen Besuch lässt, sei dringendst auf eine Veranstaltungsreihe des Arbeitskreises ‘Marginalisierte - gestern und heute!‘ in Berlin hingewiesen (mit der Bitte um Weiterleitung):

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Der Flyer(ersatz)

Verfolgung von „Asozialen“ vor 70 Jahren - Vergessene Opfer und Kontinuitäten?

Die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ markiert den Höhepunkt der „Asozialenverfolgung“ im Nationalsozialismus. Seit 1938 drängten die Wohlfahrtsämter die Polizeibehörden geradezu zur Verhaftung von „Asozialen“. An die Stelle der Schikanen und der Vertreibung von Bedürftigen traten ihre Erfassung und Vernichtung. Die Sozialutopie von der endgültigen Beseitigung abweichenden Verhaltens wurde in die Tat umgesetzt.

Die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ war dabei das bedeutendste Einzelereignis der NS-Politik gegen „Asoziale“. Nach dem Erlaß vom 26.01.1938 folgten eine Gestapoaktion am 21.04.1938 und eine Kriminalpolizeiaktion am 13.06.1938. Zirka 20.000 „Asoziale“ wurden in die Konzentrationslager eingeliefert. Straftäter, Trinker, Prostituierte und Heimzöglinge galten als „asozial“. Sie trugen den schwarzen Winkel.

Ausstellung; Obdachlose im Nationalsozialismus vom 23.1.08 bis 24.2.08 Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4; 10405 Berlin (nahe Alex Tram M4 Bus (200, 240) „Am Friedrichshain“)

[via Querfront-Info]

“♥” - Zitat Ende

Dienstag, 22. Januar 2008

Ich kann leider nicht anders, als schon wieder meine bloggende Nachbarschaft zu berauben. Irgendwann werde ich auch selbst mal was finden - ganz bestimmt! Bis dahin aber erst einmal viel Vergnügen mit diesem wundervollen Video:

Die schlaue Wikipedia weiß: “Im Gegensatz zu vielen anderen Texten Gainsbourgs birgt das Lied kaum anrüchige Doppelbödigkeit. Gall singt, sie sei bloß eine blonde Wachspuppe (poupée de cire) oder aber eine mit Sägemehl gefüllte Puppe (poupée de son), die ihr Herzblut in ihre Lieder stecke. Während andere Lumpenpuppen um sie herum zu ihren Liedern tanzen und sich verführen lassen, singt sie einsam ihre Lieder, ohne etwas über Jungen zu wissen (chanter ainsi l’amour sans raison / sans rien connaître des garçons).

… nur zur Entwarnung.

Legende Legende sein lassen

Montag, 21. Januar 2008

Ich habe mir gestern ‘I am Legend‘ angesehen und mich dabei zunächst recht gut unterhalten gefühlt. Im Verlauf des Abends kamen dann allerdings Zweifel auf, die ich leider noch nicht wirklich benennen kann. Ohne den Versuch, eine ernsthafte Filmkritik zu leisten, sei kurz auf das Ende der Romanvorlage hingewiesen. Spoilerwarnungen müssten nur für angehende Romanleser ausgesprochen werden - der Film geht anders aus.

Die Wikipedia verrät uns das ursprüngliche Ende:

Er blickt aus dem Fenster auf die Vampirmassen und erkennt nun, dass er selbst für die Vampire das abnormale Monster ist. Denn sie haben gelernt, mit dem Virus zu Leben und er ist ein Mythos, der die getötet hat, die sie geliebt haben. Er ist für sie das, was die Vampire früher für die Menschheit waren: Ein Übel, das vernichtet werden muss. Als er im Angesicht der Vampire die Pille schluckt, endet die Handlung mit der titelgebenden Zeile: Ich bin Legende.

Ich will mir demnächst noch einmal die erste Verfilmung ansehen und den Roman lesen, von dem nicht nur Jakob so begeistert ist. Vielleicht hilft das ja gegen die Sprachlosigkeit und bietet nebenbei noch Gesprächsstoff.

Einsamkeit

Sonntag, 20. Januar 2008

Heute gibt es nur eine (Achtung: Wortwitz) Installation zum Thema ‘Einsamkeit‘. Retrokitsch vor gelbem Dings. Nächste Woche wird’s hier langsam mal wieder informativer. Mit “Kongressblogging” und überhaupt.

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Einsamkeit