Archiv für März, 2008

Abgeh-Kitsch

Montag, 31. März 2008

Nach der Meckerei der letzten Einträge endlich mal wieder etwas versöhnliches: ‘Imants Kalninsh Taking Amphetamine For First Time‘ von der Kodek-EP ‘HEAVY METAL IS NOT HEAVY AT ALL‘. Gut und gratis bei Ala Jazz Records, wo sogar das Favicon abgeht. …

Hier über Last.fm-Player, wenn er denn funktioniert:

KodekImants Kalninsh Taking Amphetamine For First Time

Der mit dem Geek spielt

Sonntag, 30. März 2008

Mit Rückenschmerzen und gemischten Gefühlen bin ich just aus Hannover zurück, wo ich mit (anderen) Spinnern ein berauschendes Nerdfest gefeiert habe: Die Hannover Spielt! - Rollenspielconvention. Meine zentrale Erkenntnis ist, dass ich die Rollenspielerei nach all den Jahren immer noch sehr gerne betreibe, mit der absoluten Mehrheit meiner “Mitspieler” aber nicht mehr viel anfangen kann. Langhaarige Nerds, die sich über ihre fragwürdigen Würfelorgien in Rage reden, gehen mir mittlerweile genauso auf den Geist, wie allen anderen, die schon das Vergnügen hatten, im Bus hinter denen zu sitzen.

Aber immerhin: Ich habe mir vom großartigen Karl-Heinz Witzko vorlesen lassen, der das Pech hat, auf seinen besten Romanen ein ‘Das Schwarze Auge‘ - Logo prangen zu haben, mir die Nacht mit dem großartigen ‘Dogs in the Vineyard‘ um die Ohren gehauen und an einem bisweilen realsatirischen Workshop teilgenommen, über den ich heute Abend nicht mehr nachdenken möchte.

Nachträgliche Feindbildkorrektur: So besonders langhaarig waren die meisten Leute gar nicht. Aber ich denke, der Typus ist trotzdem klar geworden. …

Israels Geburtstagskino in Hamburg

Freitag, 28. März 2008

Die hamburger Antifas von Bad Weather und das 3001 Kino zeigen einige Filme anlässlich des 60sten “Geburtstags” des Staates Israel. Da die beiden Filme vom Donnerstag am Wochenende erneut laufen, habe ich tatsächlich die Chance, die ganze Reihe zu sehen. Hat noch jemand Lust? Von wegen zusammen nach Hamburg und so weiter.

israelkino.jpg

Israel-Filmtage in Hamburg

Laufen sollen die Filme:

FROZEN DAYS
NOODLES
THINGS BEHIND THE SUN
MADE IN ISRAEL
TURN LEFT AT THE END OF THE ROAD
MR. BAUM

Weitere Infos gibt es demnächst bei Bad Weather und dem 3001 Kino.

Swamp Room sagt »Schluss mit lustig«

Donnerstag, 27. März 2008

Das Swamp Room Happening fällt dies Jahr aus und kommt vielleicht auch nicht mehr wieder. Schuld sind die gestiegenen Kosten, die sich laut Sumpfchef Willem nur über eine (Wieder-)verkleinerung oder eine verschärfte Kommerzialisierung des Festivals bewältigen ließen. Das ist einerseits schade um die sympathische Veranstaltungung, andererseits aber wohl auch der unvermeidliche Preis der reichlich debilen Underground Inszenierung. Wo man sich immer noch gefällt, weil man glaubt, Musik “von Musikern für Musiker” oder zumindest Experten zu hören und via zu viel Gras erleuchtende Kicks zu kassieren, wird es eben langsam enger. Bevor es Ärger gibt: Ich höre immer noch Stoner Rock (oder die anderen Genres, von denen es ca. zwei pro Band gibt), kann das Gesülze der selbsternannten Unterground-Checker aber nur unter Schmerzen ertragen.

Das oben schon angesprochene Kommerzialisierungsgerde nervt mich ganz besonders an. Wer sich einmal die Mühe macht, die mittlerweile kaum mehr zählbaren Netlabels nach “progressiver Gitarrenmusik” zu durchforsten, kann der Wortschöpfung Desert Rock hinterher eine neue Bedeutungsebene verpassen: Gähnende Leere, in der zwei, drei verirrte Kyuss-Klone verstauben. Wo man Geld für seine Musik nimmt, ist man kommerziell und nicht erst auf dem Weg dahin. Um was es hier geht, ist der klandestine Touch, das Bedürfnis, etwas derber als der Rest zu sein und natürlich die paradoxe Sorge, gerade das effektivste Werbemittel zu verlieren.

Aber wieder einen Schritt zurück: Es tut mir aufrichtig leid für den engagierten Willem und seine Leute, um die Stadt Hannover, die damit wohl ihr letztes Kulturgut verloren hätte und ein wenig um mich, weil ich doch auch ganz gerne mal wieder hin gefahren wäre. Der Rest kann mir gestohlen bleiben.

Ergonomische Tugend aus der Not

Mittwoch, 26. März 2008

Ich habe zur Zeit keinen funktionierenden Rechner in der Wohnung, was so seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. Ein ganz besonders großer Vorteil ist zum Beispiel, dass ich mich gar nicht mehr groß zwingen muss, das Haus zu verlassen und die freundlichen Computerarbeitsplätze in der Unibibliothek zu benutzen. Nach gut zwei Stunden am Stehpult begreife ich langsam, wie großartig diese Dinger eigentlich sind: Entspannte Körperhaltung, Bewegungsfreiheit und allen Ernstes ein freierer Kopf. Ich werde diese neue Erkenntnis morgen einem längeren Test unterziehen und mir bei Gefallen so ein Ding zimmern. Eine idiotensichere Bauanleitung habe ich schon gefunden. Ich muss nur noch jemanden finden, der Holz, Schrauben und TFT-Monitore verschenkt.

Auf Wiedersehen, Sunnydale

Mittwoch, 26. März 2008

Wir haben heute die letzte Folge von Buffy the Vampire Slayer gesehen und damit kann ich endlich wieder ohne Spoilergefahr in meine Bookmarks gucken. Dumm nur, dass ich damit in ein paar Tagen fertig sein werde und es dann ein Loch in meinem alltäglichen Alltag geben wird, das es irgendwie zu stopfen gilt. Fragt sich nur wie? Season Eight natürlich und vielleicht die ein oder andere Folge in Wiederholung. Bevor ich mich an die fünf Staffeln Angel mache, brauche ich aber erstmal eine Pause. Falls ich die überhaupt noch sehen möchte. Abwarten …

Der Fernseher ist fürs Erste tot, im Internet werde ich bald die einschlägigen Diskussions-Threads vandalisieren und in diesem draußen-Ding werde ich nun wieder wieder für nicht-Buffy-Dinge bereit sein. Ist doch auch was.

Berliner Jung, hässlich

Samstag, 22. März 2008

Konrad Endlers Midipop-Revival hat inzwischen die hässlichen Studiokosten eingespielt und ist darum nun zum freien Download verfügbar. Außerdem ist der Musiker und Textschreibmensch seit einer Weile Mitglied der großartigen Surfpoeten und Haber zweier Videos.

Zu guter Letzt scheint sein Blog seit Anfang des Jahres einen neuen RSS-Feed zu betexten, weshalb ich diesen ganzen Schnee von gestern gerade als geballten Newsflash aufgesogen haben.

Gemaltes von vor der Zeit

Freitag, 21. März 2008

Ich habe gerade beim Aufräumen eine uralte Diskette gefunden, die ich vor gefühlten zweitausend Jahren benutzt habe, um Doom-Raubkopien auf unsere Schulrechner und meine Downloads zurück nach Haus zu schaffen. Internet zu Hause war damals vollkommen unvorstellbar - für mich jedenfalls.

Die Diskette ist noch nicht mal vollkommen im Eimer. Ein einzelnes Bild aus dem Discordian Coloring Book lies sich tatsächlich noch öffnen. Hab’s euch schnell noch was bunter gemacht:

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Angemaltes Pyramidendings

Mr. Jack

Donnerstag, 20. März 2008

Mr. Jack ist ein recht neues zwei-Personen-Spiel; ein “asymmetrisches Deduktionsspiel”, wie ich neulich irgendwo gelesen habe. Es macht viel Spaß, wird mit der Zeit eher reizvoller, als langweilig und ist leider recht teuer. Mir ist das allerdings ziemlich wumpe, weil ich einen liebenswerten Menschen kenne, der es besitzt und mich immer mitspielen lässt. Ist das nicht toll?

mrjack1.jpg

Ein Blick auf das Spielfeld.

Gutes Spiel. Hiermit erst einmal empfohlen - später vielleicht sogar noch mit einer Begründung. Vielleicht.

»Neoliberal« und Spaß dabei

Mittwoch, 19. März 2008

Aus irgendeinem Grund habe ich gestern im fortgeschrittenen Rauschzustand angefangen, den allseits beliebten Neoliberalismusvortrag vom Freien Sender Kombinat halbgar nachzureferieren. Überraschenderweise wurde ich schon bei der Eingangsthese (neoliberal sei man heutzutage nur noch laut fremder Zuschreibung, weil der Begriff längst zum reinen Platzhalter für alles geworden sei, was linken Pseudotheoretikern nicht in den Kram passe) eines Besseren belehrt. Es gibt angeblich junge Erfolgsmenschen, die sich das Etikett neoliberal™ im onanistischen Akt selbst anheften. Dass sie höchst wahrscheinlich nicht wissen, wovon sie eigentlich reden, macht die Sache nur noch verwirrender:

Genau wie ihre linken Couterparts meinen diese Yuppie-Karikaturen nicht den historischen Neo- oder Ordoliberalismus, sondern das herbeiphantasierte Schreckgespenst eines “entfesselten Marktes”; sie pflegen des Staatsfetischismus sozusagen mit Vorzeichenwechsel. Aber warum? Ist das der peinlich-ödipale Versuch einer Gegenidentifikation im Gerangel mit den übermächtigen 68ern? Doch wieder nur die blinde Identifikation mit dem falschen Ganzen? Das Abfeiern des harten Wettbewerbs, in dem sie es ganz ohne fremde Streicheleinheiten geschafft haben?

Ich schließe meine große Klappe und wundere mich im Stillen weiter. Gelernt habe ich bisher immerhin schon zwei Dinge:

  • Bad Guy sein macht nicht zwangsläufig sexy.
  • Auch auf den Kopf gestellt, lässt sich mit den windelweichen Begriffen der Mainstreamlinken noch ordentlich Rambazamba machen.