Lovecraft zum Todestag im Radio

In ein paar Minuten ist H.P. Lovecrafts siebzigster Todestag vorbei. Damit schaffe ich es gerade noch rechtzeitig, auf Heinz von Cramers Hörspiel ‘Lovecraft hinzuweisen, das sich morgen um 14.05 Uhr auf hr2 anhören lässt. Gefunden habe ich es über den schönsten aller Cthulhu-Blogs.

Ich muss allerdings zugegeben, selbst gerade heimlich seinen deutlich weniger eleganten (Brief-)freund zu lesen:

howard.jpg

Robert E. Howard

… bzw. dessen Conan.

Nachtrag: Es gibt eine gute Anleitung für das Mitschneiden von gestreamtem Radio. Ob dieses erlaubt ist, weiß ich allerdings nicht. Ich rate also vorsichtshalber davon ab und so weiter und so fort.

3 Kommentare zu “Lovecraft zum Todestag im Radio”

  1. Jakob
    March 16th, 2008 16:51
    1

    Schade, für das Hörspiel bin ich wohl zu spät dran.
    Ein Tipp für das Heimlich-Robert-E.-Howard-Lesen: Es funktioniert nicht so gut mit der Geheimhaltung, wenn du auf deinem Blog davon berichtest!
    ich hab mir ja auch kürzlich den edlen Howard-Sammelband “The Coming of Conan the Cimmerian” zugelegt, nachdem ich endlich mal “Conan the Barbarian” geguckt habe und festgestellt, dass es sich um einen der interessantesten reaktionären Kunstfilme handelt, den ich je gesehen habe (und ja, ich weiß, dass Film und Storyvorlagen nur marginal miteinander zu tun haben, aber trotzdem …).

    Ich glaube ja nebenbei bemerkt, das kaum ein Autor das Elend der Moderne besser (und bewusstloser) zum Ausdruck bringt als der Möchtegern-Aristokrat, Rassist und Antisemit Lovecraft, der gegen Ende seines Lebens noch von Hitler meinte, dass der zwar eine Witzfigur sei, im Prinzip aber das richtige wolle … Gibt es etwas wunderbar absurderes als einen solchen Reaktionär, dessen Bücher, hätte man sie in Deutschland gekannt, wahrscheinlich als “entartet” verbrannt worden wären?

    na, egal, jedenfalls muss man Lovecrafts politische Ekelhaftigkeit glücklicherweise nicht wegreden, um seine Stories verstörend und interessant zu finden.

    Mal sehen, wäre doch toll, wenn sich von Howard ähnliches sagen ließe!

  2. Paule
    March 16th, 2008 17:40
    2

    Bei Lovecraft sind es ja gerade die reaktionären Elendsgestalten (wie er wohl auch selbst eine war), die von ihrem barbarischen Bedürfnis (oder dessen tentakelbestücktem Echo) im wahrsten Sinne des Wortes verzehrt werden. Ich bin mit seiner Biographie nicht besonders gut vertraut und bisher kaum über die Lovecraft-Legende hinaus gekommen. Der Eindruck, dass er als Künstler über sich hinaus gearbeitet hat, drängt sich aber tatsächlich mit Nachdruck auf.

    Mit Howard habe ich gerade erst angefangen und bin mir noch nicht sicher, wie es um seine angebliche “Zivilisationsmüdigkeit” bestellt ist. Ich kann auch Conan als Erzählung des Scheiterns lesen, aber allzu weit möchte ich mich noch nicht aus dem Fenster lehnen.

  3. Jasper
    March 16th, 2008 18:04
    3

    Ich mag sowohl Lovecrafts Stories wie die Conan-Geschichten. Beide sind meiner Ansicht nach mit einem latenten (und auch manchmal nicht so latenten) zivilisationsmüden Unterton versehen, der schon schwer nerven kann. Conan ist halt der pastorale Held, der die Mitte zwsichen verderbter (schwuler, geldgeiler, korrupter, verweiblichter, jüdischer, überfeinerter, egoistischer) Zivilisation und verderbtem Primitivismus (vernegerter, triebhafter, unterbelichteter, aggressiver….) darstellt. Städter sind schlecht und kommen gegen Conans urtümliche Männlichkeit nicht an, Wilde sind ihm ebenfalls unterlegen. Das muss man schon arg überlesen können. Konnte ich aber umindest lange genug, um die anderen Elemente (exotische Schauplätze, alte böse Magie, abenteurliche Stories) gut zu finden.

    Ich lese ja gerade Leiber, und bin angenehm überrascht, dass dieser Vater der Sword&Sorcery wenigstens komisch ist. Ist der am Ende auch ein Faschist im Herzen?

Kommentar abgeben: