Ivo Bozic ist zu weit gegangen! Dieses eine Mal kann ich nicht anders, als mich auf die Seite seiner Gegner zu stellen. Er hat den goldenen Spargel der Zwietracht bis weit in die Kreise seiner Sympathisanten gerollt, die nun ratlos und allein darstehen. Warum nur?! Die Bewegung, die nie eine sein wollte, von einem Gemüse entzweit. Schweren Herzens nun, was kommen musste – die Petition gegen Ivo Bozic:
[...] Skandalös ist schon allein der politische Gehalt seiner selbsternannten Argumentation: unter dem Deckmantel des Antifaschismus verortet er den Spargel in der “national befreiten märkischen Sandwüste”. Bozic leugnet implizit die Existenz des französischen oder des besonders zarten thailändischen Spargels und ergeht sich zugleich in Fantasien von “blühenden Tomaten[in] vernünftigem Erdreich” – wahrscheinlich braunem, stinkendem Lehm. Auf gut doitsch: eine Scholle, eine Wurzel, ein Gemüse! Umso mehr lässt der in Adjektiven versteckte, gleichsam codierte Subtext von Bozics Hasspredigt aufhorchen: der blasse, bleiche, fade, delikate, edle, die Sonne scheuende, wurzellose aber phallisch-harte Spargel – wer fühlte sich nicht an das Stereotyp des abstrakten, nicht fassbaren, unverwurzelten und doch omni-präsenten, verwöhnt-schwächlichen und genussfixierten wie zugleich übermenschlich-starken Juden in der Propaganda von “Stürmer” bis “junge welt” erinnert!?
Ähnlich durchsichtig, manipulativ und reaktionär sein aufgesetzter Antisexismus, der sich an Marginalien grammatikalischer Natur und physiognomischen Merkmalen – “klar ist er männlich, sehr männlich sogar, dieses phallische urgermanische Bleichgesicht” – festmacht.
Bozic baut hier einen Popanz vom Sexisten-Spargel auf, anstatt die schmackhafte Stange im Sinne eines gender-bending zu decodieren. So bietet gerade die weiche Spitze Ansatzpunkte zur queeren Umdeutung der zugegebenermaßen hegemonial heteronormativen Spargel-Ess-Praxis: drängt sich doch ausgiebiges Schmecken, Lutschen und anschließendes genussvolles Abbeissen – die Kastration, der Königsmord – geradezu auf. [...]
Geschrieben am Freitag, 18. April 2008 um 10:19 Uhr
und abgelegt unter Alles, Politik, Sachen machen.
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April 19th, 2008 15:35
[...] dir vor, es ist Spargelkrieg – und waity geht nicht [...]
April 20th, 2008 16:41
So isses doch. Endlich sachtsma eina.
April 22nd, 2008 12:14
Homophober Abwehrzauber das… Ich assoziiere: Spargel – Penis – soll weg
Tomaten – Brüste – die dürfen