Jobsuche
Liebes Kapital,
Hiermit bewerbe ich mich auf einen Deiner Arbeitsplätze. Ich habe mich schon als Kind sehr für Waren interessiert und bin im produktiven und konsumtionellen Umgang mit ihnen geübt. Auch privat bin ich von Deinen Distributions- und Produktionsverhältnissen durchdrungen.
Ich schätze die über das Geld vermittelte Gewalt mehr als des Fürsten Peitsche und genieße Deine kulturindustriellen Stimulanzien für mein falsches Bewusstsein. Ich will Burger braten wie Spongebob Schwammkopf oder Verbrecher fangen wie Dirk Matthies - wo Du Dir Deinen Mehrwert holst, ist uns wohl beiden im Detail egal.
Am liebsten würde ich mich in Oldenburg ausbeuten lassen, aber dank meiner Entwurzelung von der Scholle (vielen Dank nochmal, übrigens!) wäre ich sonst auch flexibel. Ich würde mich freuen, wenn wir uns trotz Krise einmal persönlich unterhalten könnten, bevor ich mich am Ende mit Deinem Kumpel - dem Staat - auseinandersetzen muss; den finde ich nämlich eher nicht so toll.
Liebe Grüße
Dein Paule


June 3rd, 2008 19:32
Vollzeit oder Nebenjob?
June 3rd, 2008 19:45
Stimmt, da hätte ich genauer sein müssen. Nebenjob, erstmal.
June 6th, 2008 10:00
Großartig, gefällt mir
Frage ist wie gute Freunde Kapital und Staat aktuell sind, ich tippe da mal auf getrennte Betten…
June 17th, 2008 12:59
Sehr schön geschrieben. Falls du mal Lust hättest eine Blog-coop gegen jene staatlichen Zumutungen zu starten, sag Bescheid.
“Ich arbeite hier nicht freiwillig, sondern umsonst!”