Nichts über Lloret sagen
Wenn ich bei meinem Vater zu Besuch bin, lese ich morgens in seiner taz herum, rege mich danach tierisch über irgendeinen bescheuerten Artikel auf und gehe damit so dermaßen auf die Nerven, dass sich die Gesellschaft meist bis zum Mittagessen vertagt. Heute nicht. Erstens gab es kein Frühstück und zweitens hat mich der Lloret de Mar - Bericht von Hanna Maier so angerührt, dass ich keines bösen Wortes mehr fähig war.
Fragt sich nur, wie das geschehen konnte. Dass die Abitouristen ohne Klassenaufsicht zur reinsten Landplage mutieren, war mir nicht neu. Die Lloret-Fahrt meines eigenen Jahrgangs ekelt mich heute noch an (ohne, dass ich überhaupt mitgefahren wäre) und die »schmerzhaften Abschiedserfahrungen« sind auch ohne Betäubung spurlos an mir vorbei gegangen.
Vielleicht war es die Tatsache, dass ich nicht Hanna bin; dass sich wider besseres Wissen mitmachen lässt; dass ein Bewusstsein über die Verlogenheit der Sache sie nicht zwangsläufig entschärfen muss. Es war wohl keine versehentliche Unschärfe der Kritik, sondern ihre voll und ganz beabsichtigte Belanglosigkeit, die sie so angemessen wie sympathisch ausfallen ließ.


July 13th, 2008 18:03
“Ein letztes Mal sind wir richtig peinliche Teenies, bevor wir zu coolen Studenten und damit quasi Erwachsenen werden müssen.”
Hahahahahahaha!