Stirb für Irland, Erdling!
Ich habe gerade einen wirklich wundervollen Film gesehen, was leider nicht viel öfter vorkommt, als ich hier darüber schreibe. Diesmal war es ‘Breakfast on Pluto‘ - ein Film über die Drag Queen (oder besser: Drag Princess) Kitten, die zwischen ihrem irischen Heimatdorf und London auf der Suche nach Liebe, Glück und ihrer Mutter herum irrt.
Die Geschichte ist ein tragikomisches Märchen - sieht bisweilen kitschig aus, ist es aber nicht. Was Geschlechtliches ist, geht im Glamour auf, ohne »das Andere« als Freakshow zu inszenieren. In der Gewissheit, dass Transgender-Theoretiker über treffsichere Vokabeln verfügen, belasse es bei diesem einen Satz. Statt dessen habe ich ein Bild und eine Aufzählung spannender Sachen:

HeldIn St. Kitten © Sony Pictures
Daleks / Irland / Terroristen / Märchen, in denen es wieder nur ums Geld geht / Sprechende Vögel / Glamrock / Bomben / Drogen / Hardarbeitsunterricht / Der beste Henker Londons / Prostitution / Zauberer / Nette Priester / Böse Stiefmütter / Schwestern / Prügelpolizisten / Sex / Schwangerschaft / Freundschaft / Brandsätze / Astrale Grenzritter
Und doch noch einmal zum Geschlecht der Hauptfigur: Homophobie und die entsprechenden Gewaltausbrüche spielen eine wichtige Rolle im Film, werden dabei aber nicht ansatzweise leitmotivisch. Gerade wenn es um Flirts, Sex oder gar Liebe geht, ist in der Regel vollkommen unklar, ob das Gegenüber von Kittens “Zustand” weiß. Das Spiel mit den Geschlechterrollen macht beim Zuschauer nicht halt, sondern funktioniert gerade über diese Ungewissheit und die Identifikation mit der Hauptfigur in ihrer Trip-Realität. Genug jetzt.


July 17th, 2008 23:32
Klingt interessant!
July 18th, 2008 00:12
Jau, dir wird er sicher gefallen. Allein schon wegen des Daleks.
July 18th, 2008 09:37
“Was Geschlechtliches ist, geht im Glamour auf, ohne »das Andere« als Freakshow zu inszenieren.”
Das ist doch viel besser formuliert, als ca. 90% aller Genderbücher. Der Film ist wirklich sehr schön!
July 18th, 2008 11:18
Ha, ein Lob vom Experten! Dann kann es ja so falsch nicht gewesen sein.
Ich bin mit diesen Begrifflichkeiten immer sehr vorsichtig. Teils, weil mir die Konzepte dahinter zu schwammig sind (auch über das Maß, das in der “Nichtnatur” der Sache liegt, hinaus …) - teils aber auch, weil ich nicht vertraut genug mit dem Jargon bin, um nicht aus Versehen in klinische Hässlichkeiten abzurutschen. Ich muss da dringend mal nachbessern.