Freud soll Blut saufen

Mein leichtfertig dahingesagter Kommentar auf den neuen (und sehr lesenswerten) Text bei ‘Das Morgen von Gestern schon heute hat mich gerade auf den Gedanken gebracht, meine Regale nach Peter Priskils ‘Freuds Schlüssel zur Dichtung. Drei Beispiele: Rilke, Lovecraft, Bernd‘ zu durchsuchen. Gefunden habe ich es dann leider erst deutlich später – in der Google Buchsuche. Inzwischen ist es mir zwar zu spät für die angedachte Lektüre geworden; das erste Überfliegen hat mich aber bereits über ein schmissiges Lovecraft-Zitat stolpern lassen, an das ich mich gar nicht mehr erinnern konnte (oder wollte):

»Yah! Wie spucke ich auf dieses verrottete Zeitalter mit seinen schwächlichen Bequemlichkeiten und seinen vergeudeten Energien – seinen Freuds und Wilsons, Augustini und Heliogabali – Pöbel und Perversionen! Alles, was diese Schweine mit ihren Skrupeln und Problemen, Veränderungen und Rebellionen brauchen, ist ein kräftiger Schluck Blut aus dem Schädel eines Feindes auf den Zinnen einer Bergfeste!«

… vom ersten Lesen war lediglich hängen geblieben, dass Lovecraft der Psychoanalse »eher skeptisch« gegenüber stand. Umso interessanter die Analyse, auf die ich mich nun aber bis zum Frühstück gedulden muss.

3 Kommentare zu “Freud soll Blut saufen”

  1. unrelaxt
    Juli 30th, 2008 12:31
    1

    Eine analytische Lesart des alten Horroristen ist sicher ergiebig, hoffentlich auch interessant. Ich muss spontan unangebrachterweise an Tentakel-Porno denken…

  2. Jakob
    Juli 30th, 2008 15:25
    2

    Lustige Autorenzusammenstellung für so einen Psychoanalyse-Spaß.
    Das Lovecraft-Zitat taucht auch in der Biographie von S.T. Joshi auf. Allgemein hat Lovecraft wohl alles verabscheut, was man gemeinhin als “Moderne” bezeichnet, auch und insbesondere den Modernismus. Das ist ja das schöne Paradox an ihm, dass er mit seinem biologisitsch gedachten Grauen den Horror gleichzeitig modernisiert hat … wahrscheinlich ist es hilfreich, seine eigene Epoche zu verabscheuen, um treffenden Horror über sie zu schreiben.

  3. Paule
    Juli 31st, 2008 02:32
    3

    @Unrelaxt: Ich finde sie bisher sehr interessant. Auch, weil ich mich da in der Schnittmenge meiner Lektüregewohnheiten austoben kann – zur Illustration mein letzter »Gabentisch«. ;)

    @Jakob: Das Buch ist tatsächlich in erster Linie ein Spaß. Ich habe es mal für ein Referat an der Uni gelesen und war mir (damals kaum vertraut mit psychoanalytischer Literatur) streckenweise nicht ganz sicher, ob ich es mit einer Parodie zu tun habe. Heute morgen las es sich allerdings schon wieder ganz anders. …

    Die Joshi-Biographie kenne ich nicht – kannst du die empfehlen? Ich habe de Camp gerade (fast ungelesen) in die Bibliothek zurück gebracht und denke jetzt darüber nach, mir endlich mal eine eigene zu kaufen. Houellebecqs Essay hat mir bisher am besten gefallen – nebenbei gesagt.

    Die Biologismen bringen mich geradezu zwangsläufig wieder auf ‘Eine Frage der Perspektive‘. Nachdem ich den ersten Versuch mit einem improvisierten Ende abbrechen musste, läuft der zweite gerade wesentlich runder. Dazu dann aber später mehr.

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