F*****g Censorship

Tuesday, 18. November 2008 23:29

Es tut mir leid Creep, aber Dein YouTube-Fund ist einfach zu gut, um nicht überall gepostet zu werden:

Late-Night-Show

Monday, 17. November 2008 21:50

Oliver Polak: »Irgend so’n antisemitisches Nazischwein moderiert halt immer so’ne Late-Night-Show.«

Linke Literaturmesse ohne ça ira

Monday, 17. November 2008 18:06

Die Linke Literaturmesse (Nürnberg) wird in den nächsten Jahren ohne den ça ira Verlag stattfinden. Laut der Jungen Welt hat die »Mehrheit aller Aussteller« gestern den »klaren Beschluß« gefasst, ihrem Publikum in Zukunft keine auf dem Nachbartisch ausliegende Bahamas mehr zumuten zu können. Ob und wie sich die »breite und solidarische Linke« Nürnbergs zu dieser Entscheidung verhält - wenn sie sich nicht gerade »als undogmatisch versteht«, oder »mit der Linkspartei, der DKP, ATTAC und dem Sozialform[sic] zusammenarbeitet« - ist noch unklar. Wie der politische Ausschluss in Freiburg bewertet wird, ist ebenfalls noch nirgendwo zu lesen; dass sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen hält, bleibt ihnen jedenfalls zu wünschen.

Album: Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!

Tuesday, 11. November 2008 04:16

Nach knapp zwei Monaten ausführlichen Hörens bei fast verschwiegener Begeisterung nun endlich die ausführliche Besprechung des Albums ‘Classless Kulla als Beifahrer beim Istari Lasterfahrer - Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!’ (Sozialistischer Plattenbau, 2008)

Das Cover

In Bini Adamczaks Versuch, in kindgerechter Sprache für den Kommunismus zu werben, endete jeder bisherige Versuch mit der gleichen enttäuschten Erkenntnis: »Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!« Es ist egal, wie wenig Begeisterung ich für das Buch aufbringen kann - der Satz ist einer, den ich gerne öfter hören würde. Und da die Freunde (und ein Großteil der Feinde) offensichtlicher Fehlschläge scheinbar nicht dazu in der Lage sind, müssen es eben andere tun. In diesem Fall waren es der Buchautor, Blogger und Musiker Classless Kulla und der »Breakcore«-Produzent und -Labelgründer Istari Lasterfahrer; zwei Vertreter des diskordianischen Kommunismus und des Lasterfahrianismus - in der gemeinschaftlichen Erkundung der »Dialektik von getrennt und zusammen«.

Die 19 Tracks der CD lassen sich nicht einmal über das Ungenre Breakcore auf einen Nenner bringen; gegen jede allgemeine Beschreibung ließe sich problemlos zu einem Gegenbeispiel skippen. Rohe elektronische (Break-)Beats, Samples und unglaublich viel Text machen aber dennoch einen Großteil der Musik aus. Wer Classless bisher nur als Egotronic-Gastsänger kennt, wird sich auf erheblich weniger eingängige Musik einstellen müssen. Und obwohl Bass, Beat und Gesang treiben, sind die Texte - zumindest für mich - das herausragende Element.

Klare Statements gegen Ghetto-Ost-Romantik (’Flucht aus dem Plattenbau‘), Mackertum (’Sexist Motherfucker‘) oder revisionistische Opferfeiern (’Dresden Calling‘) wechseln mit nachdenklichen Texten, die sich nicht so ohne Weiteres auf eine Botschaft runterbrechen lassen. Ein musikalisch und politisch aufpoliertes Revival des altlinken Protestsongs findet hier aber erfreulicherweise in beiden Fällen nicht statt: Selbst wo die Parole in der Luft liegt, demontiert die Musik und lässt den  zappeln, der auf die Idee kommen könnte, Haltung anzunehmen. Spätestens wenn Classless über die Buschtrommel hinweg singt, dass wir es gerade nicht mit einem »ethnischen Beat aus der guten alten Zeit« zu tun haben und sich das Ganze als Vertonung von Eske Bockelmanns ‘Im Takt des Geldes‘ entpuppt, hat sich die Vielschichtigkeit des Albums entwickelt.

Wer sein Hirn-Input ruhig, irgendwie rund und authentisch schätzt, wird seine Schwierigkeiten mit dem Album haben. Wer einfach nur tanzen will, vermutlich ebenfalls. Kulla tut seinen Zuhörer nicht einmal den Gefallen, einen konsistenten Gesangsstil zu entwickeln. Gesungenes ist in diversen Akzenten zu hören, als wollte er sich auf keine sprachliche Identität festlegen. So wie Kulla auch dann ausdrücklich zitiert, wenn er eigene Texte vorträgt, verfährt der Lasterfahrer mit der Musik: Mal klingt sie nach Ragga, mal nach Punk - nie  sie gaukelt sie Autonomie vor. So reizvoll das auch ist, es verlangt dem Zuhörer eine Menge ab. Zumindest im Einspruch mittels Pause- und Skiptaste sollte man geübt sein.

Die CD kommt im schicken Digipak mit (ebenso schick) illustriertem Textheft. Neben den Lyrics sind dort auch die meisten Zitate benannt, was das ein oder andere Gegrübel verkürzt.

Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus‘ ist beim Sozialistischen Plattenbau erhältlich und kostet 10,- €.

Innenzurichtung

Monday, 10. November 2008 14:28

Eine leere Wohnung in Aussicht und anderswo Stauraum zu haben, führt zu gruseligen Gedankenspielen. Ich muss nichts wegwerfen und kann trotzdem dieses lustige Minimalistenspielchen treiben: Handverlesene Bücher und DVDs ins betont kleine Regal stellen oder irgendwelchen Spezialistenscheiß bewusst beiläufig platzieren. Ein paar CDs - vielleicht so zehn bis fünfzehn - neben die Anlage legen, oder besser noch: Den Plattenspieler aufbauen und die Sammlung entstauben. Fehlen wird mir nichts - die Musik kommt eh meist vom Rechner. Hauptsache man sieht, dass ich weiß, was ich vom Leben will und mein Ding durchziehe. Nur nicht die guilty pleasures vergessen! Authentizität ist schließlich wichtig und ich soll mich ja mögen, weil ich so ein bisschen anders bin.

Wirklich schlimm ist an solchen Unsympathen, wie sie gerade aus mir gesprochen haben, dass ihnen kaum etwas entgegen zu setzen ist. Alles vollzumüllen kann es irgendwie nicht sein, und »funktionale Inneneinrichtung« macht als Konzept auch nicht mehr viel her, wenn sich der Witz erstmal abgenutzt hat. Lässig am Sofa lehnende Musikinstrumente oder Demoplakate an der Wand machen mich aggressiv, selbst wenn gelegentlich musiziert wird und die Demo noch keine zehn Jahre her ist. Zum Glück ist wenigstens das eine Geschmacksfrage.

Was macht man aber nun aus der Erwachsenenwohnung, wenn man nicht weiß was man vom Leben will und Kunst scheiße findet, sobald sie zum Einrichtungsdingsi wird? Über zeitlos-funktionale Ökoschlichtheit mit Gewürzmörser auf dem Rattantischchen könnte ich immerhin noch lachen, aber das wird dann auch gleich wieder teuer. Vielleicht sollte ich mir ein Feng Shui Buch kaufen, um der ganzen Sache wenigstens ein  konkretes Regelwerk zu verpassen, mit dem sich dann abenteuerlich brechen ließe. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Kalauer für zwischendurch

Sunday, 09. November 2008 15:51

Beiträge zur Kritik der insdrumentellen Vernunft.

Von früher ‘n bisschen erzählt

Saturday, 08. November 2008 00:02

Riot Propaganda hat die Mitschnitte der Jungle World Veranstaltung ‘Der Neoliberalismus ist tot - Es lebe der Kapitalismus! aus dem Archive der Freien Radios zusammengetragen. Besonders spannend sind sie leider nicht, obwohl ich gelernt habe, dass es mit Thomas Ebermann tatsächlich jemanden gibt, der - immerhin - ganz sympathisch früher erzählen kann. Mein persönlicher Höhepunkt zum Ende:

»Die Utopie kann sich nur entwickeln aus den negatorischen Kämpfen - aus nichts anderem. Man muss wissen wogegen man ist, dann ergibt sich schon wofür man aus Versehen ist. [...] Kaum mach ich ‘ne halbwegs - früher! - wilde Demonstration gegen ein Atomkraftwerk mit, bin ich umzingelt von Leuten, die von mir verlangen, ich müsse jetzt aber auch ein alternatives Energiekonzept bieten. Furchtbar! Plötzlich kennst Du die wirbelschichtbefeuerten Heizkraftwerke. Boah, das ist das Elend der Politik! Die frische Luft der Straße spielt sich in der Negation ab.«

Zur Finanzkrise, um die es eigentlich ging, gibt es leider keine spannenden Zitate.

Gremliza - Der größte Kommunist im ganzen Land

Friday, 07. November 2008 17:54

Der Vortrag, den Justus Wertmüller vor ein paar Tagen in Hamburg und Berlin gehalten hat, ist jetzt in der neuen Bahamas nachzulesen. Als Reaktion auf Hermann L. Gremlizas Anfeindungen bezieht sich ‘Der größte Kommunist im ganzen Land‘ in erster Linie auf die letzten Ausgaben der Konkret, als grundsätzliche Antwort auf den permanenten Rassismusvorwurf ist er aber auch für Nichtleser der Zeitschrift interessant - auch wenn das alles schon mehr als einmal gesagt wurde.

Es geht um das Verhältnis von Kritik und Polemik, die Positionen der Linken, natürlich um den aktuellen Streit und eben um Rassismus; um weit mehr jedenfalls, als um die Bedeutung von Anführungszeichen, die Wertmüller im Gegensatz zu Gremliza gemacht hat. Der Krawall den »einige Hamburger Autonome« im Vorfeld des Vortages angekündigt hatten, ist nach dem kurzfristigen Auszug aus dem VHS-Zentrum Mitte übrigens ausgefallen.

Buffykonferenz in Berlin

Friday, 07. November 2008 00:31

Am 29.11. findet die Buffykonferenz ‘She Saved the World - A Lot‘ im Roten Salon der Volksbühne Berlin statt! Es wird sechs Vorträge und eine Podiumsdiskussion geben; als Redner sind bisher Carmen Dehnert, Lars Quadfasel und Dietmar Dath angekündigt. (Dass sich ein heiteres Stelldichein der Buffylinken im Publikum anbahnt, versteht sich von selbst.)

Die Teilnahmegebühr beträgt 5,00 € (Ermäßigt: 3,00 €)

Weitere Infos auf der just betexten (und noch nicht ganz vollständigen) Homepage der Konferenz.

Nachtrag: Im Anschluss an die Vorträge wird eine Party stattfinden, für deren geschmackvolle Beschallung classless Kulla im Gespräch ist.

Resultate

Thursday, 06. November 2008 14:44

Diverse Sachen, die sich in den letzten Monaten angestaut hatte, sind gerade mit ordentlich Krawall in gut zwei Tagen erledigt worden - bei entsprechend verdichtetem Kaffeekonsum. Die beiden wichtigsten Resultate sind ein gekündigter Mietvertrag und ein Adrenalin- und Koffeinrausch, der es in sich hat. Ab morgen kann ich wieder klar denken; ab Weihnachten werde ich Oldenburg nur noch als Besucher zu sehen bekommen. (Es geht nicht nach Berlin, wo alle sind, sondern weiter raus aufs Land - später mehr dazu.)

Zustand: