Sing along with the common people
Ich habe mit den Redakteuren der Zeitschrift ‘Gegenstandpunkt‘ zweierlei gemein: Erstens halte ich mich gelegentlich auf Veranstaltungen der Bewegungslinken auf, ohne wirklich dazu zu gehören; und zweitens habe ich oft das Bedürfnis, meine linken Diskussionspartner auf verpasste Grundsätzlichkeiten hinzuweisen.
Von den zahllosen Unterschieden interessiert hier vorerst nur ein einziger: Ich habe weniger Fans. Wäre das anders, könnte es durchaus passieren, dass auch ich irgendwann auf Podien geladen werde, um den ewig gleichen Sermon in selbstherrlicher Mission zu fabulieren. Vielleicht würde ich ebenfalls auf kindgerecht formulierte Diskussionsregeln scheißen, wenn ich dafür den Applaus von selbstbewusst und redegewandt erscheinenden Zuhörern bekäme. Ich nehme also gar nicht für mich in Anspruch, ein besserer Mensch zu sein. Unter anderen Umständen müsste ich mich vielleicht auch ein Arschloch schimpfen lassen, doch die Verhältnisse, die sind nicht so – um es mit Brecht zu sagen.
Aber vielleicht sollte ich lieber zum Gegenstand reden, wie es immer so schön heißt; allgemein verständlich erklären, wie das alles funktioniert. Und wenn ich »alles« sage, meine ich das heute auch so. Den Kapitalismus, den Faschismus, die Sauerei und die Wahrheit soll man schließlich nicht verschleiern – sonst wäre man ja blöde. Also, wie geht Gegenstandpunkt?
Der Anfang ist ganz leicht: Eins und eins machen zwei, wer von drei anfängt, hat verloren. Ist der Diskussionspartner eine Frau, ist das Ding schon im Kasten. Wir nennen sie »Mädel«, bezeichnen sie als »hysterisch« und erklären dem Publikum, dass ihre »Geschmacksfragen« zwar niedlich sind, aber nichts mit der Sache zu tun haben. Die meisten werden das schnell begreifen und ansonsten entschuldigen wir uns eben. Wir sind schließlich bereit, die Wahrheit auch unter den Bedingungen der Mimosen zu vertreten. Gesagt ist gesagt, die Alte eingeschüchtert (oder als Emanze entlarvt) und die Macker vor der Bühne auf unserer Seite. Keine Angst vor einer Entschuldigung – die macht uns nichts kaputt!
Reden wir mit Männern, sollten wir vorsichtshalber auf Stichworte warten. Schimpft man uns »Seminarmarxisten« sollten wir reagieren, denn das sind wir tatsächlich nicht. Zur Erinnerung: Eins und eins macht zwei! Seminarmarxisten sprechen immer auch über drei, und manche verschleiern sogar den Gegenstand, indem sie die Addition selbst zum Thema machen. Wenn das einer tut, lassen wir ihn quatschen. Irgendwann wird er schon wieder mit Einsen anfangen und dann kommt unsere Zeit. Andere Ansatzpunkte sind »Kämpfe um Rechte« (sind immer nur der affirmative Ruf nach staatlicher Gewalt), »Antiamerikanismus« (Wer davon anfängt, ist Helfershelfer der Falschen, obwohl er damit recht hat, dass unser Konkurrenzprodukt ebenfalls eine Sauerei ist.), »Antisemitismus« (ist doch nur der marginale Versuch einer Krisenlösung, der verschwindet, wenn die Völker das mit der zwei begriffen haben) oder »Sexismus« (Wir haben uns doch schon entschuldigt!).
Im Umgang mit Antideutschen müssen wir ein bisschen vorsichtiger sein. Von denen werden uns nur wenige den Gefallen tun, uns bewegungspolitische Reizwörter zu geben. (Tun sie es doch, haben wir Glück und können ihnen Kriegstreiberei vorwerfen.) Wir warten auf den bürgerlichen bis-fünf-Zähler Adorno, psychoanalytische Spökenkiekerei oder was mit Israel.
Haben wir unser Stichwort, muss das Ding nur noch eingelocht werden. Wir sagen:
- »Es ist ja leider so, dass keiner mehr wissen will, …« (Gegen Zahlen über zwei.)
- »Bring doch mal ein einziges Argument!« (Gegen Additions-Theoretiker.)
- »Du wirst doch nicht ernsthaft behaupten wollen, dass …« (Kommt immer gut.)
Was wir dann im Einzelfall sagen, ist nicht weiter wichtig. Mehr als gesunden Menschenverstand brauchen wir nicht, um eine treffliche Analyse (1+1=2) eines jeden Gegenstandes (wir können jedes Hauptwort in der ersten Ableitung unter »Kapitalismus« erfassen) zu bringen. Was die anderen sagen, ist damit schon vom Tisch, weil sie den Gegenstand entweder verfehlt haben oder Antimaterialismus machen (Tuwörter brauchen wir nicht). Ist doch ganz einfach, oder etwa nicht?
Wer das noch nicht verstanden hat, oder sich trotzdem mit den so genannten Inhalten beschäftigen möchte, kann sich auch zu Hause anhören, wie die Sau rauslassen geht. Bei der Konferenz Feel the Difference, dem Ums Ganze Kongress und einer Veranstaltung zur Faschismusanalyse wurde das nicht nur vorgemacht, sondern auch aufgenommen.



Oktober 6th, 2008 19:08
Vollidiot, hab schon bessere GSP-Gedisse gehört.
Ist noch nicht mal ansatzweise lustig.
Falsch ist es sowieso.
Oktober 6th, 2008 19:12
Das tut mir leid. Ich hab gelacht.
Oktober 6th, 2008 19:24
Na gut, jetzt hab ich auch nach deinem Comment gelacht. Über eigene Beiträge zu lachen ist halt mehr als mächtig peinlich.
Ändert nichts daran das es immer noch falsch ist.
Oktober 6th, 2008 23:01
Arks, dann link doch mal bessere “GSP-Disse”, ich fand diesen schon ganz unterhaltsam.
Oktober 7th, 2008 01:54
also Arks, Du wirst doch nicht ernsthaft behaupten wollen, dass dieser GSP-Diss nicht lustig sei!?
schliesse mich der bitte um links an. :)
Oktober 7th, 2008 09:52
@arks
ist vollidiot eigentlich eines dieser zauberwörter, entschuldige, argumente die einem einleuchten sollen?
Oktober 7th, 2008 10:59
Da musst du dir halt ein Argument hernehmen, dass 1+1=2 ist und danach keine weiteren Zahlen auftreten. Auch die historische Spezifik des Kapitalismus nur aus der Konkurrenz des bürgerlichen Staates abzuleiten, ist der Gegenstand, den man(n) sich einleuchten soll. Mehr links bitte! Hihi
Oktober 7th, 2008 11:27
Ich fand´s auch lustig.
Oktober 7th, 2008 14:00
meinst du einen bestimmten vortrag?
Oktober 7th, 2008 14:28
Jein. Ich meine das, was fast immer passiert, wenn das GSP-Verständnis von Kritik auf andere Menschen (und Themen) trifft, und beziehe mich in erster Linie auf die Podiumsdiskussionen mit Peter Decker (Ums Ganze Kongress) und Freerk Huisken (Feel the Difference). Mein Zorn rührt noch von Zwischenrufen und persönlichen Diskussionen in Frankfurt her – ich weiß nicht, ob sich anhand der Mitschnitte eine »Beweisführung« veranstalten ließe. Ton, Kritik- und Diskussionsverständnis sind da aber sehr deutlich illustriert.
Oktober 7th, 2008 14:47
Wie schrecklich! Ein Mädel wird bei einer Geschmacksfrage drauf hingewiesen, dass es eine ist und kein Argument.
Skandal: Seminarmarxismus als Begriff für den GSP zu kritieren, wenn er eben den GSP nicht trifft.
Das nur mal zwei Sachen als Beispiele für fehlende Argumente zur Sache Deinerseits. Lustig ist das sowieso nur für den, der deinen Gedanken zum GSP vor dem Lesen geteilt hat.
Von den Lügen, die du eh nicht nachweisen kannst (”»Antisemitismus« (ist doch nur der marginale Versuch einer Krisenlösung, der verschwindet, wenn die Völker das mit der zwei begriffen haben)”) rede ich mal gar nicht erst. DIE sind tatsächlich ein Witz!
Oktober 7th, 2008 15:05
Naja, und? Da habe ich eben auch den Lieblingsvorwurf der GSP-Gegner kritisiert. Wo ist das Problem?
Falls du mich so verstanden haben solltest, dass ich dem Gegenstandpunkt Antisemitismus vorwerfe, missverstehen wird uns. Ansonsten warte ich weiter darauf, dass der GSP den Antisemitismus nicht mehr nur als Rassismus und Rechtfertigung eines »völkischen Zionismus« begreift und frage mich weiter, wo ich hier gelogen haben soll.
.. und wer diesen Text nun lustig findet, werde ich ganz sicher nicht diskutieren.
Oktober 7th, 2008 15:23
“Das nur mal zwei Sachen als Beispiele für fehlende Argumente zur Sache Deinerseits.”
Der Argumente-Vorwurf zielt doch aber auf Leute, die sich auf die GSP-Auffassung von Argumenten geeinigt haben. Oder um mal im Bild zu bleiben: Jemand außerhalb des GSP-Argumente-Kollektivs dafür zu kritisieren, daß er sich nicht an die GSP-Auffassung von Argumenten hält, heißt, ihn nicht an seinem Maßstab zu messen. Das ist sozusagen Argumente-Idealismus.
Oktober 7th, 2008 15:29
.. dazu noch ein Hinweis auf den Teil der Diskussion, der zwischenzeitlich zu Classless abgewandert ist.
Oktober 7th, 2008 15:31
http://217.31.82.153/aae-marburg/practice/gegenstandpunktkritik2.htm
Oktober 7th, 2008 15:40
lustig sollte der beitrag auch nicht sein, oder?
***
ich höre mir das mal an. vllt kann man da eine kleine studie machen.
die frage ist dann ja auch, ob das was gsp-spezifisches ist. scheiß mackergehabe gibt’s leider fast überall. zB
Oktober 7th, 2008 16:02
Paule:
Naja, und? Da habe ich eben auch den Lieblingsvorwurf der GSP-Gegner kritisiert. Wo ist das Problem?
Du hast nichts kritisiert, sondern dich lediglich empört, dass GSPler “reagieren”, wenn man sie so nennt. Ja, was denn sonst, wenn’s den GSP nicht trifft?
Falls du mich so verstanden haben solltest, dass ich dem Gegenstandpunkt Antisemitismus vorwerfe, missverstehen wird uns. Ansonsten warte ich weiter darauf, dass der GSP den Antisemitismus nicht mehr nur als Rassismus und Rechtfertigung eines »völkischen Zionismus« begreift und frage mich weiter, wo ich hier gelogen haben soll.
Ach, wenn der GSP nicht tickt wie Paule, der den eben nicht “nur” (wieso eigentlich nur?) als Rassismus ansieht, dann ist er schlecht? Das sagt mehr über den Kritiker, als über den GSP, aber rein gar nichts darüber, ob es stimmt, was der GSP dazu sagt.
nonono:
Der Argumente-Vorwurf zielt doch aber auf Leute, die sich auf die GSP-Auffassung von Argumenten geeinigt haben. Oder um mal im Bild zu bleiben: Jemand außerhalb des GSP-Argumente-Kollektivs dafür zu kritisieren, daß er sich nicht an die GSP-Auffassung von Argumenten hält, heißt, ihn nicht an seinem Maßstab zu messen. Das ist sozusagen Argumente-Idealismus.
DIESE Tour beherrscht Paule, wie eben gesehen. Ansonsten wäre halt mal an einem Thema zu sehen, ob Deine Behauptung korrekt ist. Wenn ja, dann hast Du recht: Allein die Abweichung von einem Urteil ist keine Kritik der Abweichung. Aber wie gesagt, da müsste man dann eben mal an ein Thema heran, um das nachzuweisen.
Oktober 7th, 2008 16:04
Auch die historische Spezifik des Kapitalismus nur aus der Konkurrenz des bürgerlichen Staates abzuleiten, ist der Gegenstand, den man(n) sich einleuchten soll.
Hä? Aber sonst ist bei dir alles okay, was?
Oktober 7th, 2008 17:15
@ Frechdachs: Über die Reaktion habe ich mich nicht empört, »nur« war im Sinne von »ausschließlich« gemeint, und ja: Ich habe die Positionen des Gegenstandpunkt vorwiegend mit Aussagen illustriert, die ich nicht unterschreiben würde.
Dass eine kritische Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Positionen des GSP eine andere Sache ist, weiß ich. Dass ich das hier nicht gemacht habe, weiß ich auch. Darum ging es mir diesmal aber auch nicht. Mir ist klar, dass wir politisch nicht einer Meinung sind, und es steht dir vollkommen frei, die oben beschriebene GSP-Schiene mitzufahren und das hier zu vertreten. Mich trifft das allerdings genauso wenig wie meinen Text.
Oktober 7th, 2008 18:27
paule, ich hab’ grad den blöd-blog in deiner blogroll entdeckt. jetzt kann ich das hier nicht mehr ernst nehmen. sorry
Oktober 7th, 2008 18:46
ich würde doch mal die frage in den raum werfen, inwieweit das was mit dem antimoralismus zu tun hat bzw. diesem entspringt. eben gerade das gegenteil der (linken) moral zu tun oder das was man als solche ausmacht. mittlerweile ja auch schon bekannt als “(anti)moral des gsp” …
Oktober 7th, 2008 19:19
du meinst, ähnlich wie das ad-gequatsche, das sich auch oft politisch inkorrekt gibt? kann sein. bei manchen blogger/innen trifft das sicher zu. “provo”.
Oktober 7th, 2008 19:34
ja, so meine ich das. irgendwann ist unterscheiden zwischen provo und “echtem” sexismus/rassimus schwierig … von “aussenstehenden” ;)
Oktober 7th, 2008 19:54
ich finde das beim gsp nicht sooo schwer, weil es da ja durchaus äußerungen gibt, denen sich entnehmen lässt, dass die den sexismus nicht teilen. also zB beim “frauenfrage”-vortrag, wo’s um “eigenschaften” geht, ist das doch eindeutig.
Oktober 7th, 2008 20:19
Ich finde es dann schon interessanter, wie mit konkreten Menschen umgegangen wird. Dass dieser Link in der Blogroll mein Anliegen unglaubwürdiger machen soll, sehe ich nicht ein.
Oktober 7th, 2008 20:21
ne? – das finde ich wiederum interessant.
Oktober 7th, 2008 20:52
[...] mag, aber trotzdem das Feindbild pflegen möchte, dann kann man das so machen wie Kulla und Paule (unlustig) oder wie [aae] marburg (unfreiwillig komisch). PPS: Inzwischen hat MPunkt zum Referat [...]
Oktober 8th, 2008 00:35
das kommt halt daher, daß lahmacun hier einen fremden maßstab heranträgt, was so eine linkliste sein soll, anstatt sich mit der sache zu beschäftigen. vielmehr erspart ihr dieser gegenstandswechsel das sofort.
Oktober 8th, 2008 01:10
hey, so hab ich das ja noch nie betrachtet!
na dann kann da sexismus freilich nicht vorkommen …
Oktober 8th, 2008 03:01
Wie geil geschrieben ist das denn?
Mehr davon.
Oktober 8th, 2008 06:41
LOL, “Argumente”.
Bei euch is immer noch 1968, wa?
Oktober 8th, 2008 08:44
tee, ich bin am thema!
punk, du als spezialist für pathologisierungen des gegenübers hast doch sicher verständnis für mein ablenkungsmanöver.
(ne, verstehe ich wirklich nicht, paule, denn die lassen in aller regelmäßigkeit sexistische statements ab.)
Oktober 8th, 2008 10:01
wo soll ich denn jetzt bitte schon wieder pathologisiert haben? hattest du nicht erst texte gesucht zu dem thema, weil du da zu wenige kenntnisse hast?
ist doch albern an der linkliste festzumachen ob sich mit einem text beschäftigt wird. dann braucht erst gar nichts gesagt werden.
Oktober 8th, 2008 13:00
punk, der witz ist doch, dass sich NIEMAND mit nem text auseinandergesetzt hat. SKANDAL, SKANDAL! – mehr läuft hier grad nicht; was im übrigen schade ist.
Oktober 8th, 2008 13:43
der witz ist, daß du das bad-blog als maßstab dafür nimmst über den text zu urteilen. das urteil könnte auch aus dem text selber kommen. ich finde ihn übrigens was das diskussionsverhalten betrifft schon treffend.
das sagt nichts über die inhalte des gsp aus, aber sollte dessen agitatoren eventuell dazu bringen vlt. an ihrer agitationstechnik zu feilen. denn so gibt es schon ohne inhalte vermittlungsprobleme.
jetzt wäre der einwand, daß die form nichts zum inhalt tut – den teile ich im grundsatz, aber dennoch ist es so, daß es da einen widerspruch zwischen theorie und praxis gibt. weshalb erfolgreiche agitation unter den gegebenheiten halt nicht nur von richtigen inhalten abhängt. das wäre aber nur wichtig, wenn es ein ernsthaftes interesse geben würde andere von den richtigen inhalten zu überzeugen.
Oktober 8th, 2008 13:56
@ tee: ja, wer eine Kritik am Sexismus hat, der ist eben kein Sexist. Und was die (Anti-)Moral betrifft, so kann ich zwar nicht für den GSP und dessen Agitatoren sprechen, aber was mich betrifft, handelt es sich dabei eben nicht um eine (Anti-)Moral, wenn ich ab und zu bewusst gegen die linke Moral verstoße. Um eine solche zu sein, müsste ich es mir nämlich zum übergeordneten Maßstab machen, von dieser abzuweichen, statt gezielt mal ein wenig zu provozieren, wenn es mir allzu blöd wird.
Oktober 8th, 2008 14:00
@ skp:
Heuchel doch nicht, dass Dir was am Agitationserfolg des GSPs läge …
Oktober 8th, 2008 14:28
@punk:
“daß es da einen widerspruch zwischen theorie und praxis gibt”
sag ich schon die ganze zeit. – und dass das leider (fast?) alle linken kreise betrifft. (lies halt mal bei classless.)
und jetzt müsste man dann halt wirklich mal ran ans thema, was ist sexismus, wo findet er sich (auch bei den blödbloggern ;) ) – statt hier blöd SKANDAL zu rufen.
Oktober 8th, 2008 14:58
bleib doch mal beim thema, es ging nicht um eine person, sondern den gsp (vielleicht lahmacuns satz nochmal lesen). weil *jemand* *mal* *etwas* gegen den sexismus sagt, kann *man* sich natürlich nie wieder sexistisch verhalten (gsp-einheitskritik?). ja nee, is klar …
und wie ist das eigentlich in der spd, da gibt es ja auch “durchaus äußerungen [...], denen sich entnehmen lässt, dass die den sexismus nicht teilen”?!
hast du doch gemacht. (anti)moralisch zu sein heisst ja nicht, dass sich das dauernd äussert. und deine “miezen”-sprache (bspw.) bringst du schliesslich auch einfach so mal an, wenn es dir nicht zu blöd wird.
Oktober 8th, 2008 14:58
@m.punkt: mach ich doch gar nicht. mir ist es so ziemlich egal, ob der gsp einen vermittlungserfolg erzielt oder nicht. nicht egal ist mir ob die richtigen inhalte vermittelt werden und das vermittlungsproblem stellt sich grundsätzlich – da ist halt jetzt mal ein beispieltext wo der gsp für herhalten muß.
kannst du genauso bei ads oder anderen festmachen. bei der konzentration auf die inhalte kommt die vermittlung halt oft falsch daher.
Oktober 8th, 2008 15:09
Paule, Mädel, so ganz geschmacklich hab ich mich bestens amüsiert beim Lesen! ich habe ja nur wenig Erfahrungen mit Gegenstandpunkt, aber die von dir so eingängig ausgemalte Nicht-Argumentationsstrategie ist mir nur zu bekannt. In gewisser Weise haben wir es hier also mit Themen zu tun, die uns alle betreffen (na ja, zumindest mich).
Lustig, wenn nicht gar niedlich jedenfalls die Einwände derer, die sich offenbar angepisst fühlen. Wie, so fragt sich offenbar ein elitärer Frechdachs, kann einer denn nur die Stirn haben, in Zweifel zu ziehen, dass alles in erster Ableitung aus dem Kapitalismus herleitbar sei? Dabei braucht man, um solche zweifel zu hegen, doch weniger die Stirn und mehr das dahinter …
Ich jedenfalls finde, die Zersetzung der Prophezeiungen von Propheten ewiger Gewissheiten (wie 1 und 1 gleich 2 und sonst schon mal gar nix) ist ein höchst ehrenwertes Geschäft, selbst und gerade, wenn sie dann ein wenig verschnupft reagieren!
Oktober 8th, 2008 15:12
Ich staune immer wieder, was für einen Furor eine eindeutige Ablehnung der Inhalte oder auch nur des Gestus der ehemaligen MG immer wieder hervorruft. Eine gewisse Empfindlichkeit ist wohl unvermeidlich, wenn mann heutzutage konsequent auf der Ebene Kants (also die Einhaltung der Regeln der formalen Logik als Wahrheitsbeweis annehmend, eher: lautstark verlangend) argumentiert, ohne dabei dem historischen Urbild Respekt zollen zu können, ob seiner Verstrickung in die bürgerliche Ideologie. Das muss aber auch ein unangenehmes Gefühl sein…
Oktober 8th, 2008 22:54
@ tee: Der GSP hat halt den Anspruch auf inhaltliche Einigkeit. Und wenn die ne Kritik am Sexismus haben und sich in der einig sind, dann sind es eben alle keine Sexisten. (Nun stimmt es, dass mit der Kritik alleine noch nicht gesagt ist, dass man es immer schafft, sofort jedes gegenteilige eingeschliffene Denk- und Verhaltensmuster bleiben zu lassen. Dass das ein Widerspruch zur Kritik ist, fällt einem aber selbstverständlich auf, so dass man sich dieses eben abgewöhnt.)
Das mit der (Anti-)Moral hast Du mal wieder nicht kapiert. Zunächst mal ist es nicht die Moralkritik des GSPs, dass (Anti-)Moral doch viel toller wäre (vgl.bspw. Wentzkes Berliner Vortrag zum Thema, wo er das ganz explizit sagt), von daher Gegenstandswechsel. Meine ist es übrigens auch nicht. Dass ich (über den GSP kann ich da nix sagen), mich manchmal antimoralisch verhalte, heißt überhaupt nicht, dass ich eine (Anti-)Moral aufmache. Denn das hieße tatsächlich sich das zum Prinzip zu erheben, also sich Verstöße gegen die Moral zum Maßstab zu machen, den zu erfüllen dann mein Zweck wäre. Ist er aber nicht, sondern nervige Morallinke zu ärgern.
@ Jakob: Ist doch albern, gar nicht auf die jeweilige Erklärung des Gegenstands einzugehen, sondern erst zu unterstellen, der GSP würde alles aus dem Kapitalismus erklären, um dann “Zweifel” anzumelden, ob sich wirklich alles aus dem Kapitalismus erklären lässt. Nee, die Schwerkraft z.B. nicht, wer hätte das gedacht.
Oktober 13th, 2008 21:24
@mpunkt
Ich finde, Du solltest etwas vorsichtiger damit umgehen, was Du “Gegenstandswechsel” schimpfst (s.a. andere Blogs). Du verwechselst da manchmal was und dann wird daraus nur ein rhetorischer Trick, um mit Aussagen, die nicht in’s Konzept passen, leicht fertig zu werden. Zur Begriffsklärung: Merke:
Thema -> Subjekt
Aussage über das Thema -> Objekt
=> “Gegenstandswechsel” heißt dann der Übergang vom einen zum anderen. Und das ist in einer Diskussion doch völlig legitim. Du tust aber so, als ob die Logik das von vornherein verbieten würde.
Oktober 18th, 2008 14:07
Es ist doch kein Geheimnis, dass der Gegenstandpunkt erstens so konform ist, dass er in jeder Bahnhofsbuchhandlung vertickt wird und zweitens sich als Propagandablatt für die iranischen Mullahs begreift und drittens sich nicht einmal schämt, einen offen hitleresken Antiamerikanismus als politische Meinung zu verkaufen.