Oliver Polak: »Irgend so’n antisemitisches Nazischwein moderiert halt immer so’ne Late-Night-Show.«
Geschrieben am Montag, 17. November 2008 um 21:50 Uhr
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Ich habe gerade eben ein Rezensionsexemplar seines Buches aus dem Briefkasten geholt und werde mich bald ausführlicher dazu äußern. Zu den Sachen, die nicht müssen vielleicht erstmal der Buchtitel: ‘Ich darf das, ich bin Jude’ – …
Meine Rezension ist nun auch eine zahme geworden – so wie auch das Buch so zahm ist, dass man fast belanglos sagen möchte – worin dann wieder der Witz liegt, … aber das ist eine andere Geschichte.
Die Grenzverletzungen halte ich jedenfalls alle miteinander für harmlos und und schlimmstenfalls für etwas unvorsichtig, weil sie bestimmte Kürzungen nahelegen. Dein Zitat von oben liest sich beispielsweise vollständig:
»Treffen wir doch für die Dauer der Lektüre folgende Vereinbarung: Ich vergesse die Sache mit dem Holocaust – und Sie verzeihen uns Michel Friedman.«
Ich lese das als den persönlichen Wunsch, ein normales Gespräch (auch wenn es sich dabei um eine Comedy-Nummer handelt) zu führen. Als Angebot formuliert, in dem Wissen, mit wem man es bei den Zuhörern zu tun hat. Er schreibt da banales über sein Leben, zu dem eben auch die Ermordung seiner Großeltern und die Spuren, die das KZ an seinem Vater hinterlassen hat, gehören. Zum Kronzeugen oder Tabubrecher für Antisemiten oder deutsches Unpersonal macht er sich jedenfalls nicht; er stört eher den reibungslosen Trauer- und Erinnerungsablauf mit Versöhnungsgarantie.
November 17th, 2008 23:05
Woohoo, sehr gut.
November 18th, 2008 11:51
Hm…der Typ hatte mal sowas gebracht von wegen: “machen wirs so, wir vergeben euch den Holocaust und ihr uns Friedmann.”
Manche Sachen müssen nicht…
November 18th, 2008 18:08
Ich habe gerade eben ein Rezensionsexemplar seines Buches aus dem Briefkasten geholt und werde mich bald ausführlicher dazu äußern. Zu den Sachen, die nicht müssen vielleicht erstmal der Buchtitel: ‘Ich darf das, ich bin Jude’ – …
Wie gesagt: Die Tage mehr dazu.
November 25th, 2008 22:55
Ui, da bin ich gespannt. In der Jüdischen Allgemeinen war eine sehr zahme Rezension davon zu lesen.
November 26th, 2008 09:55
Meine Rezension ist nun auch eine zahme geworden – so wie auch das Buch so zahm ist, dass man fast belanglos sagen möchte – worin dann wieder der Witz liegt, … aber das ist eine andere Geschichte.
Die Grenzverletzungen halte ich jedenfalls alle miteinander für harmlos und und schlimmstenfalls für etwas unvorsichtig, weil sie bestimmte Kürzungen nahelegen. Dein Zitat von oben liest sich beispielsweise vollständig:
»Treffen wir doch für die Dauer der Lektüre folgende Vereinbarung: Ich vergesse die Sache mit dem Holocaust – und Sie verzeihen uns Michel Friedman.«
Ich lese das als den persönlichen Wunsch, ein normales Gespräch (auch wenn es sich dabei um eine Comedy-Nummer handelt) zu führen. Als Angebot formuliert, in dem Wissen, mit wem man es bei den Zuhörern zu tun hat. Er schreibt da banales über sein Leben, zu dem eben auch die Ermordung seiner Großeltern und die Spuren, die das KZ an seinem Vater hinterlassen hat, gehören. Zum Kronzeugen oder Tabubrecher für Antisemiten oder deutsches Unpersonal macht er sich jedenfalls nicht; er stört eher den reibungslosen Trauer- und Erinnerungsablauf mit Versöhnungsgarantie.