Nur aus Spaß

Wer sich dem antisemitischen Aufmarsch am 2. Januar in Hamburg entgegen gestellt hat, hatte es schnell mit der Polizei zu tun. Einige Antifas mit Israelflagge bekamen neben schwammig formulierten Platzverweisen auch einen dieser Polizistensprüche um die Ohren, bei denen sich die Frage aufdrängt, ob man eigentlich jemals eine Schule besucht haben muss, um in den Verein einzutreten: »Seid ihr wenigstens Juden oder macht ihr das aus Spaß?«

Ich hatte früher – in zornigeren Zeiten – große Schwierigkeiten damit, mich in ruhigem Ton mit Menschen zu unterhalten, die allen Ernstes die Vorstellung vertreten haben, die Polizei stehe auf Demonstrationen zwischen zwei gleichermaßen irren Gruppen und sorge dort nach Gewissen, Handbuch und Gesetz für Ruhe und Frieden, obwohl sie ja eigentlich wasweißichnichtwas denken oder fühlen würde. Heute ist es mir  weitestgehend egal, wie der einzelne sich seinen Staat im Privaten erträglich quatscht, oder welcher Gang er seine Sympathien ausspricht.

Ein Polizist allerdings, der offen zugibt, politische Auseinandersetzungen nicht von Geländespielen unterscheiden zu können, während hinter ihm lautstark und ungehindert die Lust am Judenmord zum Ausdruck gebracht wird, macht mich allerdings immer noch wütend.

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