Der Hauptmann von Muffrika
Für den ausgesprochen unwahrscheinlichen Fall, dass meine neuen Nachbarn hier schon mitlesen, gibt es jetzt einen Kinohinweis für das mittelschöne Emsland. (Die freundlichen Berlinerinnen und Berliner von sonst sollen dann eben die DVD kaufen): Der Hauptmann von Muffrika läuft am Montag um 20.00 Uhr im Centralkino Lingen.
Deutsch-niederländisches Grenzgebiet kurz vor Kriegsende. Bei heftigen Rückzugsgefechten verliert der 19jährige Gefreite der Fallschirmjäger, Willi Herold, die Verbindung zu seiner Einheit. Allein auf sich gestellt macht er einen Zufallsfund: In einem zerschossenen PKW entdeckt er eine unversehrte Hauptmannsuniform. Diese Chance läßt er sich nicht entgehen. Blitzartig vollzieht sich die Verwandlung des Gefreiten zum Luftwaffenoffizier. Auf dem Weg durchs Emsland sammelt er andere versprengte Soldaten ein und bildet aus ihnen seine eigene Einheit. Ihm ist klar, daß er diese Niemandem unterstellen wird. Er nennt sie wahlweise »Kampfgruppe Herold«, »Standgericht Herold« oder »Leibgarde Herold« Es ist eine Einheit für »Sonderaufgaben«. Am 11. April erreicht die Truppe das bei Papenburg gelegene Strafgefangenenlager Aschendorfermoor.
Diese »mörderische Köpenickade« erzählt (nicht nur) emsländische Regionalgeschichte, wird von mir am Montag gesehen und danach dann besprochen.




Januar 28th, 2009 22:06
[...] Nach der Ankündigung nun noch ein paar Worte über den Dokumentarfilm Der Hauptmann von Muffrika. Die Geschichte des Hochstaplers, Kriegsverbrechers und Massenmörders Willi Herold wird von diversen Zeitzeugen erzählt, garniert mit neuen und alten Bildern aus dem emsländischen Ödland. Aam Anfang ist ein Pferdewagen zu sehen, dessen Zugtiere im Matsch versinken, das Emsland ist lebensfeindlich – nicht nur für die Viecher. NS-Propaganda fordert »ganz Deutschland« auf, diesen Volksgenossen in ihrem Elend beizustehen. Die Bilder sind ausgesprochen bedrückend – im Emsland scheint es wirklich ausgesprochen unangenehm gewesen zu sein. Ein Zeitzeuge bemerkt (sich seines Zynismus vermutlich nicht bewusst): »Erst mit den Lagern kam das Leben in die Gegend.« Er meint das Geld. [...]