Motorisiertes Lustwandeln
Mit dem Auto über die Dörfer – die Bundesstraße so sicher meidend wie der Kohltourist. Vorbei an Häusern, die jünger sind als sie aussehen. Ab und zu anhalten, wo einmal Freunde gewohnt haben – nicht alle davon sind ausgezogen.
Ich grüße zurückgelassene Eltern, bin heute freundlicher als früher, wo es ums Benehmen ging. Ich meide die Gegend, in der ich die alte Kommune vermute. Ich habe die Allee vor noch Augen, erinnere mich an Hunde, die seit wohl zwanzig Jahren tot sein werden.
So tot wie die Menschen, derentwegen ich den Umweg nehme. Ich besitze ein Foto von einem dieser Gespenster. Es schiebt einen Kinderwagen, in dem ich liege – behaupten die Überlebenden hartnäckig. Conan der Cimmerier soll sein Lieblingsbuch gewesen sein; er sieht ihm auch ein bisschen ähnlich. Wäre die Kassette nicht eh schon durch, müsste ich Menschen machen Fotos von dem Sommer jetzt abschalten.
Auf dem Acker pisst ein Bauer hinter seinen Trecker. There is no prophet in the desert? Ich lasse die Gegend, in der ich gar nicht war, hinter mir und schalte die Musik wieder an. I was the first – back on the farm – Fahr zur Hölle, Synchronizität – und nimm Luke Haines bitte gleich mit.
… Your spineless mass and your spineless man
This is the hate socialist collective
- all mental health corrected
Ganz bestimmt! An der Kreuzung (wo auch sonst?) biegt der Mystiker rechts ab und ich überhole ein paar Arschlöcher auf Fahrrädern. Meine Lust auf schlechte Laune ist vorerst aufgebraucht. Ich fahre nach Hause, koche mir einen Kaffee und schaue nach, ob irgendwo Sponge Bob läuft.




März 8th, 2009 19:41
Déja vu…