Archiv für die Kategorie 'Bewegte Bilder'

Untertitel, bitte.

Freitag, 27. Februar 2009

Zivilisation, my ass! II

Dienstag, 03. Februar 2009

Das Publikum, das Publikum.

Zivilisation, my ass!

Dienstag, 03. Februar 2009

Der Hauptmann von Muffrika II

Mittwoch, 28. Januar 2009

Nach der Ankündigung nun noch ein paar Worte über den Dokumentarfilm Der Hauptmann von Muffrika. Die Geschichte des Hochstaplers, Kriegsverbrechers und Massenmörders Willi Herold wird von diversen Zeitzeugen erzählt, garniert mit neuen und alten Bildern aus dem emsländischen Ödland. Aam Anfang ist ein Pferdewagen zu sehen, dessen Zugtiere im Matsch versinken, das Emsland ist lebensfeindlich – nicht nur für die Viecher. NS-Propaganda fordert »ganz Deutschland« auf, diesen Volksgenossen in ihrem Elend beizustehen. Die Bilder sind ausgesprochen bedrückend – im Emsland scheint es wirklich ausgesprochen unangenehm gewesen zu sein. Ein Zeitzeuge bemerkt (sich seines Zynismus vermutlich nicht bewusst): »Erst mit den Lagern kam das Leben in die Gegend.« Er meint das Geld.

In den letzten Wochen des Krieges treibt sich der flüchtige Gefreite Willi Herold in der Gegend herum. Er findet eine Hauptmannsuniform und schart weitere Soldaten um sich – zeitweise hat er 80 Mann unter »seinem Kommando«. Sie ziehen durch die Gegend, übernehmen eines der Lager, halte Standgerichte ab. Das Gemetzel ist widerlich, einige der Zeitzeugen haben große Schwierigkeiten, die Geschichten zu erzählen.

Der Hauptmann von MuffrikaDer »Hauptmann« Willi Herold

Wovon handelt die Film? Auf den ersten Blick natürlich von Willi Herold, dessen Geschichte vor dem Hintergrund des deutschen Faschismus zugleich kurios und exemplarisch ist. Was in den Anfängen des NS-Unstaates für alle galt, die sich in der Partei behaupten konnten, wirkt kurz vor seinem Zusammenbruch nur noch grotesk. Interessanter sind im Grunde aber die Zeitzeugen, die ihre Bewunderung für den Hochstapler kaum verbergen können. Selbst ein britische Staatsanwalt, der den 20jährigen Herold unter das Fallbeil gebracht hat, wirkt bis heute wie verzaubert von diesem Mann, dessen gutes Aussehen fast alle ausdrücklich betonen.

Die Interviewer lassen einige der Zeitzeugen auflaufen – die Konstruktion des übernatürlich befähigten Monstrums wird ihnen nicht immer abgenommen. Verführte zeigt der Film nur da, wo man sie nicht unbedingt erwartet – unter den Opfern und den politischen Gegners des »Hauptmanns«. Darüber hinaus portraitiert der Film eine Gesellschaft, der es tatsächlich  aus irgendwelchen Gründen wichtig ist, ob der Schlächter ein echter Hauptmann ist oder nicht. Die sich aus der Verantwortung schleicht und die sich ihrer umfassenden Abartigkeit nicht im Ansatz bewusst ist. Das ist vielleicht das spannendste an diesem Film: Er zeigt die (post)faschistische Normalität durch ungewohnte Filter, rückt eine Täterfigur ins Zentrum und erspart sich jede Verurteilung, die doch nur eine Entlastung für alle anderen bedeutet hätte.

Der Hauptmann von Muffrika

Samstag, 24. Januar 2009

Für den ausgesprochen unwahrscheinlichen Fall, dass meine neuen Nachbarn hier schon mitlesen, gibt es jetzt einen Kinohinweis für das mittelschöne Emsland. (Die freundlichen Berlinerinnen und Berliner von sonst sollen dann eben die DVD kaufen): Der Hauptmann von Muffrika läuft am Montag um 20.00 Uhr im Centralkino Lingen.

Deutsch-niederländisches Grenzgebiet kurz vor Kriegsende. Bei heftigen Rückzugsgefechten verliert der 19jährige Gefreite der Fallschirmjäger, Willi Herold, die Verbindung zu seiner Einheit. Allein auf sich gestellt macht er einen Zufallsfund: In einem zerschossenen PKW entdeckt er eine unversehrte Hauptmannsuniform. Diese Chance läßt er sich nicht entgehen. Blitzartig vollzieht sich die Verwandlung des Gefreiten zum Luftwaffenoffizier. Auf dem Weg durchs Emsland sammelt er andere versprengte Soldaten ein und bildet aus ihnen seine eigene Einheit. Ihm ist klar, daß er diese Niemandem unterstellen wird. Er nennt sie wahlweise »Kampfgruppe Herold«, »Standgericht Herold« oder »Leibgarde Herold« Es ist eine Einheit für »Sonderaufgaben«. Am 11. April erreicht die Truppe das bei Papenburg gelegene Strafgefangenenlager Aschendorfermoor.

Diese »mörderische Köpenickade« erzählt (nicht nur) emsländische Regionalgeschichte, wird von mir am Montag gesehen und danach dann besprochen.

Großer Gott, es geht los!

Sonntag, 18. Januar 2009

War das gestern jetzt der Erst- (plus x) kontakt? Ein geheimnisvolles Leuchten am ostdeutschen Himmel, das sogar sonst furchtlosen Polizisten Angst macht:

»In Mecklenburg-Vorpommern hätten am Samstagabend mehrere Dutzend Anrufe besorgter Augenzeugen zwischen Rostock, Bad Doberan und Teterow im Kreis Güstrow die Rettungsleit- und Polizeidienststellen erreicht, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag auf ddp-Anfrage. Darunter seien auch mehrere Polizeibeamte gewesen, die sich auf Streifenfahrten in der Region befanden.«

… oder doch nur ein aufwendige Werbeaktion der Iron Sky Crew? Was aber nun, wenn sich da draußen tatsächlich eine faschistische Eroberungsarmee rüstet? Ja, man weiß es nicht.  … Mel Brooks hatte jedenfalls schon Anfang der 80er eine hilfreiche Idee:

Zombies essen alles auf

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Der frisch von mir rezensierte Comic ‘The Zombies That Ate the World‘ (in der Übersetzung: ‘Als die Zombies die Welt auffraßen‘) wurde oder wird verfilmt, und die erste Minigeschichte gibt es vollständig bei YouTube. Die großartige Schauerlichkeit der Vorlage treffen die Zeichnungen leider nicht so ganz, den Spirit (damit habe ich es im Moment aber auch …) allerdings erstaunlich gut. Hier kann man sich das ansehen, wenn man Lust hat:

Guy Davis, der Zeichner der Comicvorlage, hat übrigens auch das Hellboy Spin-off B.P.R.D. illustriert, was ebenfalls dringend mal jemand animieren sollte.

Konferenz: She Saved the World – A Lot

Samstag, 06. Dezember 2008

Eine Woche ist sie nun schon her, die Berliner Buffy-Konferenz mit dem Titel ‘She Saved the World – A Lot‘. Zuppi hat bereits berichtet, ansonsten ist es eher still geblieben, obwohl doch recht viele Blogbetexter vor Ort waren. Meine eigene Nachbereitung ist an nicht vorhandenen Mitschriften und der immer noch knappen Zeit gescheitert. Hier jetzt nur schnell die wenigen Bruchstücke, die eine leider recht chaotische Woche überstanden haben:

Im recht gut besuchten Roten Salon der Berliner Volksbühne gab es fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion über Buffy the Vampire Slayer. Soweit ich weiß, sind alle Veranstaltung (inkl. reger Publikumsdiskussionen) mitgeschnitten worden, und sollen – wie möglicherweise auch ein Buch zur Veranstaltung – demnächst veröffentlicht werden. Ich werde mir die Zusammenfassungen aus dem Gedächtnis darum ersparen, und noch ein wenig bei dem Drumherum bleiben.

Genauer: Bei der Frage, was das eigentlich für Leute sind, die so eine Konferenz besuchen. Linke / gesellschaftskritische / kommunistische Buffyfans größtenteils, aber auch andere. In den Diskussionen stellte sich heraus, dass einige Besucher Buffy nur vom Vorbeizappen kannten und eher aus Neugierde gekommen waren. Da die Buffylinke bei ihrem ersten öffentlichen Treffen darauf verzichtet hat, ein Grundsatzprogramm vorzulegen, bin ich mir allerdings nicht so sicher, ob diese Neugier auch tatsächlich gestillt wurde.

Als das Abschlusspodium aus dem Publikum heraus gefragt wurde, worin der Unterschied zwischen »unserer« Buffy-Rezeption und derjenigen der ideologisch denkenden Massen bestünde, bekam der selbsternannte Nichtbürger gleich zwei Antworten. Zunächst gab es eine Entwarnung: Die Zuschauerzahlen der Serie seien genau dann eingebrochen, als es wirklich interessant und kritisch wurde. Die zweite Antwort traf den Punkt dann besser: »Wir« mögen Buffy aus dem gleichen Grund wie »die«, sind uns gar nicht so unähnlich und schätzen Buffy nicht obwohl es Fernsehen ist, sondern weil es gutes Fernsehen ist.

Soweit die sympathische Positionierung. Man könnte fairerweise noch dazu sagen, dass dieses »wir« sich vorher bereits über etwas sonderbare Abgerenzungversuche gegenüber der bürgerlichen Buffy Studies (die den meisten Menschen wahrscheinlich schon rätselhaft genug sein werden) eingeschlichen hatte.

Um es kurz zu machen: Es gab verschiedene sehr spannende Überlegungen zu  der Fernsehserie (und ihrer Fortsetzung im Comic), die sich zentral mit der Spaltung der Welt ins Phantastische und den Alltag zwischen Schule, Beruf und Beziehung befasst haben. In welchem Verhältnis Monstergeprügel und kapitalistischer Normalbetrieb zueinander stehen, war die eine Frage – welche Rolle die Kulturindustrie als (selbst reflektierter) Ursprung dieser Erzählung spielt, die zweite.

Es ist schon sonderbar, wie unvollständig so ein Text ohne die obligatorische Entschuldigung für (oder meinetwegen auch Erklärung der) eigenen Begeisterung für Buffy wirkt. Ich belasse es trotzdem erstmal dabei und vertage das Inhaltliche auf den nächsten Anlass – auf die Lektüre des Buches zum Bespiel.

F*****g Censorship

Dienstag, 18. November 2008

Es tut mir leid Creep, aber Dein YouTube-Fund ist einfach zu gut, um nicht überall gepostet zu werden:

Late-Night-Show

Montag, 17. November 2008

Oliver Polak: »Irgend so’n antisemitisches Nazischwein moderiert halt immer so’ne Late-Night-Show.«