Archiv für die Kategorie 'Bewegte Bilder'

Why They Fought

Monday, 07. April 2008

Beinahe hätte ich übersehen, dass ab heute ein Seminar über die ‘Why We Fight‘ - Filme von Frank Capra angeboten wird. Wer dafür nicht extra in die Uni (oder überhaupt erst nach Oldenburg) fahren möchte, kann sich die Filme auch online besorgen; sie sind public domain und darum ganz legal zu ziehen:

1 Prelude to War
2 The Nazi Strike
3 Divide and Conquer
4 The Battle of Britain
5 The Battle of Russia I + II
6 The Battle of China
7 War Comes to America

Diese Propagandafilme wurden vorgeblich produziert, um den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg an die eigenen Soldaten und Zivilisten zu vermitteln. Es ist ausgesprochen lohnend, selbst nachzuvollziehen, womit linke und rechte Staatsfetischisten (beider Vorzeichen) sich ach so gut auskennen wollen. Mobilmachungsfilme sind zwar eine schlechte Quelle, wenn es um die Motivation einer Kriegspartei geht; über Selbstbewusstsein und Motivation der Streitkräfte sagen sie allerdings erheblich mehr aus, als das dahin gerotzte »falsches Bewusstsein, Fiderallala«, mit dem der Vulgärmarxist die Welt zu langweilen weiß.

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(Gegen-) Propaganda

Charlton Heston

Sunday, 06. April 2008

Charlton Heston ist gestorben und inzwischen wissen wir ja alle, was für ein böser, böser Mann da von uns gegangen ist. Bei Jakob und im Fuchsbau ist man freundlicher und bei mir darf er noch einmal mit Edward G. Robinson zu Abend essen. Weil’s so schön war:

Israels Geburtstagskino in Hamburg

Friday, 28. March 2008

Die hamburger Antifas von Bad Weather und das 3001 Kino zeigen einige Filme anlässlich des 60sten “Geburtstags” des Staates Israel. Da die beiden Filme vom Donnerstag am Wochenende erneut laufen, habe ich tatsächlich die Chance, die ganze Reihe zu sehen. Hat noch jemand Lust? Von wegen zusammen nach Hamburg und so weiter.

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Israel-Filmtage in Hamburg

Laufen sollen die Filme:

FROZEN DAYS
NOODLES
THINGS BEHIND THE SUN
MADE IN ISRAEL
TURN LEFT AT THE END OF THE ROAD
MR. BAUM

Weitere Infos gibt es demnächst bei Bad Weather und dem 3001 Kino.

Auf Wiedersehen, Sunnydale

Wednesday, 26. March 2008

Wir haben heute die letzte Folge von Buffy the Vampire Slayer gesehen und damit kann ich endlich wieder ohne Spoilergefahr in meine Bookmarks gucken. Dumm nur, dass ich damit in ein paar Tagen fertig sein werde und es dann ein Loch in meinem alltäglichen Alltag geben wird, das es irgendwie zu stopfen gilt. Fragt sich nur wie? Season Eight natürlich und vielleicht die ein oder andere Folge in Wiederholung. Bevor ich mich an die fünf Staffeln Angel mache, brauche ich aber erstmal eine Pause. Falls ich die überhaupt noch sehen möchte. Abwarten …

Der Fernseher ist fürs Erste tot, im Internet werde ich bald die einschlägigen Diskussions-Threads vandalisieren und in diesem draußen-Ding werde ich nun wieder wieder für nicht-Buffy-Dinge bereit sein. Ist doch auch was.

Die Heeder Volksgesundheit

Monday, 03. March 2008

Es gibt - ganz ohne Frage - viele nachvollziehbare Gründe, sich kritisch mit dem Phänomen Prostitution auseinander zu setzen. Was sich zur Zeit im niedersächsischen Heede (bei Diepholz) beobachten lässt, hat mit diesen allerdings nicht das Geringste gemein. Dort ist ein Bündnis besorgter Bürger angetreten, den privaten Club Silke aus der Nachbarschaft zu vertreiben. Das Problem der “Interessengemeinschaft Heede” ist allerdings, dass dieses Bordell über eine wasserdichte Zulassung verfügt, während sie selbst nur das Recht des Rechthabenden vorweisen können. Daran soll der Kampf aber nicht scheitern, denn man hat scheinbar nicht nur die gerechte Mission, sondern auch einen Sinn für direkte Aktion - im Rahmen des Legalen, versteht sich.

Sinnstifter des ausgerufenen “Widerstandes” sind die lieben Kleinen, denen man den Anblick eines Bordells nicht zumuten könne. Da der Parole „Kein Bordell vor Kinderaugen“ noch keine Begründung anhaftet, muss der befremdlichen Kampagne genauer auf den Grund gegangen werden, um sie zu verstehen. Spätestens die Tatsache, dass man grundsätzlich “Verständnis für derartige Einrichtungen“ habe, wie eine Sprecherin gegenüber dem Diepholzer Kreisblatt betonte, stellt die Protestler in ein fragwürdiges Licht.

Die prüde Prostitutionskritik hat demnach nicht die Prostituierten oder ihre Lebensumstände, tatsächlich nicht einmal das Bordell selbst zum Gegenstand, sondern allein die eigene Gemeinschaft, in der es so etwas nicht geben darf. Dass die Aktionen der Bordellgegner zur Zeit den Besuchern gelten und die Mitarbeiterinnen lediglich vermittels ihrer finanziellen Lebensgrundlage angreifen, mag Zufall sein; vielleicht ist es sogar Ausdruck eines Restanstandes der Kinderschützer. Als Entwarnung taugt dieser Umstand jedenfalls nicht, wobei Panikmache im Gegenzug ebenfalls überzogen wäre. Ein hässlicher kleiner Aufstand ist es ohne Frage, der tobende Mob wird aber wohl noch länger auf sich warten lassen.

Beruhigend ist zumindest, dass die Kampagne jenseits der Heeder Ortsgrenzen kaum mehr als amüsiertes Kopfschütteln bewirken konnte. Insbesondere wahrscheinlich in den unzähligen Nachbardörfern, in denen rote Laternen am Haus gegenüber noch niemanden um die unbeschadete Kindheit gebracht haben.

Am kommenden Donnerstag (6. März) wird der NDR in der Sendung Niedersachsen 19.30 - Das Magazin über die „Interessengemeinschaft Heede“ berichten und hoffentlich eine angemessene Diskussion entfachen. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass es in Heede friedlich bleibt und man am besten gar nicht erst auf die Idee kommt, auch jenseits des Bordells nach Störelementen des moralischen Gemeinschaftsempfindens zu suchen.

Drei Filme

Monday, 25. February 2008

… auf die ich mich freue, ohne so ganz genau sagen zu können, warum das eigentlich der Fall ist. Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir eigentlich nur diverse Gründe ein, das Geld für die Kinokarten zu sparen.

  • Das Waisenhaus ist ein Gruselding und für gewöhnlich gucke ich sowas gar nicht.  Außerdem habe ich gerade gelernt, dass Guillermo del Toro nur der Produzent ist und gar nicht Regie führt - mein erster Erklärungsversuch ist damit gescheitert.
  • Wenn ich ehrlich bin, interessiert mich You Don’t Mess With the Zohan gar nicht so besonders - ganz im Gegensatz zu den Kritiken, die er bekommen wird. Und um die entsprechend “würdigen” zu können, sollte ich den Film dann wohl auch gesehen haben. Das erklärt meine (tatsächlich vorhandene) Vorfreude allerdings mal so gar nicht.

Verordneter Mafia-Filmabend

Saturday, 16. February 2008

Wie es immer so ist: Gestern habe ich hier noch die große Schweigsamkeit verkündet, weil ich feiernd und nachdenklich abwesend sein wollte - heute lungere ich mit angeschlagener Gesundheit vor dem Computer herum und ärgere mich. Ein Gutes hat der Mist immerhin: Ans beheizte Haus gefesselt, kann mir in verordneter Ruhe die Francesco Rosi - Filme auf Bayern 3 ansehen, wie Uli Krug es vor zwei Wochen empfohlen hat.

Also gibt es gleich düstere Mafia-Krimis statt ausgelassener Feste. Um 20.15 Uhr kommt ‘Die Macht und ihr Preis‘, um 22:15 Uhr ‘Lucky Luciano‘ und Mitternacht dann die Dokumentation ‘Momente der Wahrheit‘ - mal sehen, wie lange ich durchhalte. Der Videorekorder läuft jedenfalls vorsichtshalber mit.

Ich bin eigentlich gar kein großer Krimifreund, aber die Begeisterung von Uli Krug (der vor ein paar Monaten schon einen interessanten Artikel über die »ehrenwerte Gesellschaft« geschrieben hat) scheint ansteckend zu sein. Schnell noch zur Einstimmung:

Die Geschichte zeigt, warum Italien in den Siebzigern von gar nicht so unberechtigten Ängs­ten beherrscht war: Angst vor der mächtigen Mafia, vor einem rechtsextremen Staatsstreich, aber auch vor den Brigate Rosse. Das Klima brachte eine einzigartige Blüte des Genrekinos hervor: Beklemmende Krimis (so genannte ­Gialli), harte Polizeistreifen und Mafia­filme setzten den Boom der italienischen Filmindustrie fort. [...] In »Cadaveri Eccellenti«, der in Deutschland »Die Macht und ihr Preis« heißt, verfilmte der Regisseur einen der großen Thriller des sizilianischen Erfolgsautors Leonardo Sciascia, »Il Contesto« von 1971, auf Deutsch »Der Zusammenhang« bzw. »Tote Richter reden nicht«. Im Film verstrickt sich ein Kriminalbeamter tödlich in eine Mordserie, deren Opfer ausschließlich Strafrichter sind. Die Umrisse einer riesigen Verschwörung werden sichtbar, die römische Politik erscheint als bloße Kulisse mafiöser Herrschaft.

Schade nur, dass dieser Hinweis wohl nur einige wenige Feed-Leser rechtzeitig erreichen wird.

Rauchen, Saufen, Scheiße labern

Sunday, 03. February 2008

Ich sehe mir gerade zum ersten Mal Anne Will und ihr politisches Kuriositätenkabinett im Ersten an. Zur durchaus berechtigten Frage: Rauchen, Saufen, Fressen - was verbietet der Staat als Nächstes? wird sich da um Kopf und Kragen gestritten. Freiheit, Gesundheit, Verbot, Verbot und nochmal Verbot. Gibt es eigentlich ein Gesetz, dass Nichtrauchern verbietet, in der Öffentlichkeit sinnvolle Sätze zu formulieren? Der Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn man diesen Flachpfeifen zuhört. Ich fühle mich fast genötigt, wieder mit dem Unfug anzufangen, nur um keiner von denen zu sein.

Oder ist es wieder nur der autoritäre Charakter, der sich geifernd auf die Raucher stürzt, weil sie derzeit das einzig verfügbare Hassobjekt sind, bei dem der solche Ausbrüche nicht sanktioniert werden? Wer es genau wissen will, kann jetzt gleich in Anne Wills Chat wechseln und Horst Keiser fragen. Wenn der die ekelhafte Hetze nicht anschaulich vermitteln kann, geht es gar nicht.

I am Legend, die 2te

Saturday, 02. February 2008

Ich habe ‘I am Legend‘ gerade zum zweiten mal gesehen - diesmal mit der, inzwischen gelesenen, Romanvorlage im Hinterkopf. Die zweite Hälfte des Films ist wirklich totaler Müll; zumindest so viel habe ich seit dem letzten Versuch gelernt. Wer Lust hat, sich demnächst anzugucken, wie sich Vincent Price und Charlton Heston in der gleichen Rolle machen, soll sich kurz melden: Für ein endzeitliches Anknüpfen an den Wilson-Filmabend.

Antisemitismuskritik light

Tuesday, 29. January 2008

Leider hat sich mein Problem mit dem unentspannten Zeitplan, über Wochenende und Konferenz, eher verschärft als entzerrt. Weil die Referate allerdings ohnehin mitgeschnitten wurden und demnächst beim Bündnis gegen Appeasement zu finden sein werden, habe ich meine eigene Berichterstattung deutlich zurück gefahren und werde jetzt erst einmal in Ruhe abarbeiten, was sich hier an Entwürfen und Gedanken angesammelt hat.

… angefangen mit dem Polylux-Bericht Jüdische Schüler in Angst aus der letzten Woche. Dass ein Bekenntnis zum Judentum in der europäischen Öffentlichkeit nicht ungefährlich ist, weiß jeder, der es nicht übersehen wollte, nicht erst seit gestern. Wie viele Menschen sich nun angesichts minderjähriger Judenhasser auf Berliner Schulhöfen “schockiert” zeigen, ist für sich schon ein Trauerspiel, aber vielleicht hilft’s ja wenigstens etwas bei der Bewusstseinsnachhilfe.


Polylog juedische schueler @ www.polylog.tv/videothek

Wer über ausreichende Schmerzfreiheit verfügt, könnte sich auch noch die Diskussion der Zuschauer antun; muss aber wirklich nicht sein.