Archiv für die Kategorie 'Musik'

People who like GegenStandpunkt …

Monday, 23. June 2008

Die Musikmöger - Community Last.fm lebt davon, dass ihre Mitglieder dem System automatisiert mitteilen, was für Musik auf ihrem PC und/oder MP3-Player läuft. Die Ergebnisse werden abgeglichen und den Benutzern allerlei Krams empfohlen, der ihnen eventuell gefallen könnte. Die heimischen Audioplayer spielen nun allerdings nicht nur Musik, was manchmal unterhaltsame Folgen haben kann:

People who like GegenStandpunkt also like GegenStandpunkt - Dr. Peter Decker, GegenStandpunkt - Dr. Freerk Huisken, GegenStandpunkt auf RadioX, plemo, Mediengruppe Telekommander, Egotronic.

Zappelnde MGler müssen ein Bild für die Götter sein. Fragt sich nur noch, wer ihnen das bunte Profil gebastelt hat.

Ich glaub, ich bin ein Symptom

Friday, 06. June 2008

Dieser Tage bekommt mein Blog recht viele Besucher von der ‘Geottinger Stadtinfo‘, wo man offensichtlich meinen Kommentar zum Antifee-Festival gelesen hat. In (an sich recht ansprechender Manier) wird das Konzept der Veranstaltung dort im Spiegel der Kritik erläutert. So heißt es unter der Überschrift »Was gibts inhaltlich an Programm?«:

»Geboten wird ein Mix von Musik und subkultureller Politiktheorie. Das gefällt nicht allen wie z.B. dem im Folgenden zitierten Blogger [ich]: “Mag sein, dass es Menschen gibt, die sich den Tanzschweiß aus dem Gesicht wischen und wachen Verstandes bei einer »Einführung in feministische Theorien« auflaufen können - ich gehöre aber ganz bestimmt nicht dazu.” (Wie ein Leser richtig bemerkt hat, handelt es sich bei diesem Blog anscheinend um jemanden mit Sympathie zu antideutscher Performance. Das fanden wir auch bemerkenswert, weil wir von dieser Seite eher Zustimmung zu den Haupttehmen des Festivals erwartet hätten. Somit fällt die ideologische Differenz als Grund für die Kritik eigentlich weg.) Hierzu hat der selbe Leser in seiner Zuschrift eine nachdenkenswerte Erklärung hinzugefügt: “Diese Haltung, mit der Theorie im eigenen Leben nicht konfrontiert zu werden, ist gerade in den Soft- und Hardcore antideutschen Zusammenhängen sehr verbreitet. Hier ist die vermeintliche Systemkritik bereits so weit aus dem unmittelbaren Lebensumfeld herausgelöst, das beides als gänzlich unterschiedliches erscheint. [Hervorhebungen von mir]«

Nochmal: Dieser Typ, der nicht verschwitzt ins Seminar gehen möchte, ist ein Antideutscher™ und sollte darum eigentlich kein Problem mit dem Hauptthema der Veranstaltung haben. Da er sich zu diesem Hauptthema gar nicht geäußert hat, muss weiter ausgeholt werden, und eigentlich ist es ja auch der Mangel an Systemkritik in seinem Alltag, die ihn so schwatzen lässt. Und das betrifft sie alle - auch die Softies.

Später im Text werde ich erneut zitiert; dann zu meinem Ärger über die Definitionsmacht-Phrase. Hier wird das Zitat meines Textes einem veränderten “Original” gegenübergestellt - grob unsportlich, auch wenn das “trotzdem” immerhin erahnen lässt, dass da vielleicht noch etwas mehr stand.

Zum Abschluss noch ein paar kleine Ergänzungen: Mein Blog ist kein “jemand” und hat darum noch weniger Sympathien mit irgendwelchen “Performances”, als ich es habe. Dieses “Hauptthema der Veranstaltung” habe ich erfreut zur Kenntnis genommen, und das Festivalkonzept darum auch aus der Perspektive eines potentiellen Besuchers kritisiert. Das Betexten dieses Blogs ist keine politische Arbeit, sondern ein kleiner Aspekt meines oben angesprochenen Alltags, was mir keinesfalls “als gänzlich unterschiedlich erscheint”.

Aber sei’s drum. Ich wünsche euch trotzdem viel Vergnügen und anregendere Diskussionen, als hier im Vorfeld geführt wurden. Lasst euch nicht ärgern, habt Spaß an der Musik und macht was aus dem Wochenende. Den Spanferkelgrillern in der Nachbarschaft wünsche ich außerdem noch einen guten Appetit.

Spaßbunker Antifee

Monday, 19. May 2008

Kurz vor Feierabend habe ich gerade bei yay! aka ponyreiten gelesen, dass es bald ein zweites Antifee-Festival in Göttingen geben soll. Im letzten Jahr war ich aus irgendwelchen Gründen verhindert, in diesem weiß ich hingegen nicht, ob ich eigentlich fahren möchte (obwohl die großartigen Woog Riots spielen). Party und Politik haben sicher ihre Schnittmenge; was solche Crossover-Veranstaltungen sollen, will mir aber nicht in den Kopf. Mag sein, dass es Menschen gibt, die sich den Tanzschweiß aus dem Gesicht wischen und wachen Verstandes bei einer »Einführung in feministische Theorien« auflaufen können - ich gehöre aber ganz bestimmt nicht dazu.

Mich erinnert das auf grausliche Weise an die letzte ‘90er Jahre Party’ im Alhambra, zu der ich nicht gegangen bin, weil man dort »selbstironisch abtanzen« wollte. Tun oder lassen, aber dringend mit dem Gerede aufhören! Ganz so schlimm ist es beim Antifee allerdings nicht. Es geht immerhin wider Nationalismus und Sexismus, die für gewöhnlich zu den Ehrengästen gehören, wo sich mehr als drei Deutsche zum Feiern treffen (und Menschen mit Anstand und Geschmack eben davon abhalten). Aber trotzdem: So sinnvoll ich es finde, grundsätzlich nicht mit Chauvinisten jeglicher Art zu feiern, so unsinnig finde ich es, eine Party mit Theorieblöcken zu bestücken. Vorbei ist der Spaß dann aber spätestens nach dem ersten - wenn auch indirekten - Vorgeschmack auf die Inhalte:

»Außerdem sollen Frauen auf dem Gelände geschützt sein vor jeglichem dominanten männlichen Verhalten, Übergriffen und Rumprollerei. Generell gilt auf dem gesamten Festivalgelände Definitionsmacht: Menschen, von denen sich Frauen belästigt fühlen, gehen nach Hause! Wer Täter in Schutz nimmt, ebenfalls.«

Es ist schön, dass Frauen das Festival unbelästigt genießen können sollen und es ist furchtbar, dass solche Drohungen tatsächlich ihre Berechtigung haben. Bei der Art, in der »Menschen«, »Frauen« und »Täter« hier durcheinander geworfen werden, drängt sich mir allerdings der Verdacht auf, der Türsteher hätte den Text mal eben zwischen Liegestütz und Drückbank getippt. Wo man nicht einmal mehr sagen möchte, um wessen Definitionsmacht es eigentlich geht und man »Rumprollerei« zur weiter unbestimmten Straftat ernennt, macht man sich verdächtig, mehr Interesse an der Gegengewalt als am Problem zu haben. Mir ist schon klar, dass niemand meine Freundin rauswerfen wird, weil sich eine (andere) Frau von ihrer Haarfarbe belästigt fühlt - wahrscheinlich dürfte sogar ich bleiben, wenn ich sie daraufhin in Schutz nähme. Und trotzdem schafft diese »bedingungslos[!] umgesetzten Praxis« ein Klima der willkürlichen Gewalt, das mit »Feiern für ein selbstbestimmtes Leben« nicht mehr viel zu tun haben kann.

Auch wenn mir die Feierlust beim Schreiben dieses Textes vergangen ist, würde mich inzwischen umso mehr interessieren, was für Szenen sich bei dem Workshop ‘Islam vs. westliche Welt‘ abspielen. Ob ich allein dafür (und vielleicht für das ‘Woog Riots‘ - Konzert) nach Göttingen fahren möchte, weiß ich allerdings immer noch nicht.

Bahnhofsromantik

Thursday, 15. May 2008

Es ist soweit! Ich habe meinen »Sommerhit 2008« gefunden - ist zwar eigentlich schon aus dem letzten Jahr, dafür aber auch auch voll retro und überhaupt. Stereo Total sind und bleiben die besten von der ganzen Welt. Das ist der Stricherjunge mit der Raucherlunge:

Via Ignaz, wo man noch Freude an YouTube haben kann.

Der Tonspion hat den Song für umme gefunden.

Unterhaltungsmusik

Tuesday, 06. May 2008

… vorbei ist ein ausgesprochen netter Abend mit dem Chef. Die anfänglichen Diskussionen über den Staat, Karl Jaspers, den Islam und schließlich Gerhard Scheit und Justus Wertmüller wurden noch von entspannter Musik aus dem Hause Ninja Tune begleitet. Danach ging es via vino bergab und laut Last.fm folgendermaßen weiter:

Rainald Grebe – ICE
Rainald Grebe – Dreißigjährige Pärchen
Rainald Grebe – Mittelmäßiger Klaus
Funny Van Dannen – Anita war ein Junge
Funny Van Dannen – evangelisches mädchen
Kyuss – Hurricane
Kyuss – One Inch Man
Laibach – Germania
Laibach – Türkiye
Laibach – Rossiya
Laibach – Yisra’el
Kontrast – Nr.1 In Der Hölle
Knorkator – Für Meine Fans
Knorkator – Eigentum
Die Ärzte – Schopenhauer
Die Ärzte – Hey Huh (in Scheiben)
Mediengruppe Telekommander – ein kleiner widerstand
Egotronic – Der Tausch (feat. Kulla)
classless Kulla – Sie singen nur Peace and Love (Timbou Slime Mix)
classless Kulla – Mass History (Timbou Babylon Mix)
koljah & tai phun – es tut mir leid
Dendemann – Endlich Nichtschwimmer
Bratze – Im Auge des Lachs
Saalschutz – Das Lied mit den Suggestivfragen
Saalschutz – Today We All Gonna Die

Guten Morgen

Thursday, 24. April 2008

Alle sind heute träge - ich vorne weg. Ich habe mein eskapistisches Rollenspielblog wieder aktiviert und mein allererstes selbst gebasteltes Kassettencover aus dem Festplattenmüll geborgen:

braindead.jpg

… Good Morning, You’re Braindead!

Etwas dünne, aber der Tag ist ja noch was länger. Heute Abend gibt es immerhin Muffins.

Weltoffenes Rudolstadt

Thursday, 10. April 2008

Ein Pfarrer flieht mit seiner Famile aus Rudolstadt (Thüringen); wegen rassistischer Übergriffe [via]. In der Stadt erinnert man sich an Mügeln und fürchtet nun um das Image, dem es bisher so gut ergangen ist. Ich kenne die Stadt, weil ich seit Jahren, trotz muffiger Uncoolness, auf das große Tanz- und Folkfest fahre:

Hat man die Auftaktveranstaltung mit ihren Trachtengruppen erfolgreich verpasst, kann man trotz Multikulti-Kitsch gute Musik hören und ein paar nette Tage verbringen. Spätestens am zweiten Vormittag haben sich die Nazis aus der Innenstadt verzogen und die Bürger raunen einem ihre rassistische Scheiße höchstens hinter vorgehaltener Hand über die Ladentheke hinweg zu.

Es bleibt am Ende aber dennoch ein fauler Kompromiss, den der Festivalbesucher eingehen muss. Dass die Folkszene bei ihrer Begeisterung für das Volkstümliche, keine gemeinsame, antifaschistische Position bezieht, wundert vermutlich niemanden. Wie es um ihren Antirassismus bestellt ist, weiß ich nicht, weil die Probe aufs Exempel bisher ausgeblieben ist - erfreulicher Weise.

Es bleibt jedenfalls ein sonderbares Nebeneinander von angereisten Freunden der so genannten Weltmusik und einem kleinen Teil ihrer Gastgeber, der sich offen rechtsradikal gibt. Ein Randphänomen, wie gesagt; aber eines, das nur übersehen kann, wer es auch übersehen will.

In diesem Jahr ist Israel das musikalische Schwerpunktthema des Festivals und ich bin sehr gespannt, wie sich diese Wahl auf die “politische Stimmungslage” des Festivals auswirkt. Familie Neuschäfer wird dem Fest vermutlich fern bleiben und es bleibt, ihr herzlichst zu wünschen, dass sie es schafft, den Terror der weltoffenen Kleinstadt hinter sich zu lassen.

Nachtrag: Im Forum der Festivalseite wird ausführlich der Fall ausführlich diskutiert. Nachbarn der Neuschäfers melden sich zu Wort und so weiter. Angucken, wenn’s interessiert. Auch in Sachen Israel ist man dort einfallsreich:

»Ist Palästina im Länderschwerpunkt “Israel” auch mit inbegriffen? Wenn nicht, wäre es nicht mal die Chance (natürl. LEIDER nur im kleinen Rahmen) gewesen über die Kultur, eben das TFF, einen Beitrag “VERSTÄNDIGUNG” für den ewigen sehr schwierigen, sinnlosen beidseitigen Konflikt zu leisten. Das Künstler aus beiden Gebieten sich mal “Luft” machen können, sich verständigen und uns die Problematik näher bringen. Das was ja leider die Politik auf beiden Seiten in der verfahrenen Sache nicht schafft.«

Abgeh-Kitsch

Monday, 31. March 2008

Nach der Meckerei der letzten Einträge endlich mal wieder etwas versöhnliches: ‘Imants Kalninsh Taking Amphetamine For First Time‘ von der Kodek-EP ‘HEAVY METAL IS NOT HEAVY AT ALL‘. Gut und gratis bei Ala Jazz Records, wo sogar das Favicon abgeht. …

Hier über Last.fm-Player, wenn er denn funktioniert:

KodekImants Kalninsh Taking Amphetamine For First Time

Swamp Room sagt »Schluss mit lustig«

Thursday, 27. March 2008

Das Swamp Room Happening fällt dies Jahr aus und kommt vielleicht auch nicht mehr wieder. Schuld sind die gestiegenen Kosten, die sich laut Sumpfchef Willem nur über eine (Wieder-)verkleinerung oder eine verschärfte Kommerzialisierung des Festivals bewältigen ließen. Das ist einerseits schade um die sympathische Veranstaltungung, andererseits aber wohl auch der unvermeidliche Preis der reichlich debilen Underground Inszenierung. Wo man sich immer noch gefällt, weil man glaubt, Musik “von Musikern für Musiker” oder zumindest Experten zu hören und via zu viel Gras erleuchtende Kicks zu kassieren, wird es eben langsam enger. Bevor es Ärger gibt: Ich höre immer noch Stoner Rock (oder die anderen Genres, von denen es ca. zwei pro Band gibt), kann das Gesülze der selbsternannten Unterground-Checker aber nur unter Schmerzen ertragen.

Das oben schon angesprochene Kommerzialisierungsgerde nervt mich ganz besonders an. Wer sich einmal die Mühe macht, die mittlerweile kaum mehr zählbaren Netlabels nach “progressiver Gitarrenmusik” zu durchforsten, kann der Wortschöpfung Desert Rock hinterher eine neue Bedeutungsebene verpassen: Gähnende Leere, in der zwei, drei verirrte Kyuss-Klone verstauben. Wo man Geld für seine Musik nimmt, ist man kommerziell und nicht erst auf dem Weg dahin. Um was es hier geht, ist der klandestine Touch, das Bedürfnis, etwas derber als der Rest zu sein und natürlich die paradoxe Sorge, gerade das effektivste Werbemittel zu verlieren.

Aber wieder einen Schritt zurück: Es tut mir aufrichtig leid für den engagierten Willem und seine Leute, um die Stadt Hannover, die damit wohl ihr letztes Kulturgut verloren hätte und ein wenig um mich, weil ich doch auch ganz gerne mal wieder hin gefahren wäre. Der Rest kann mir gestohlen bleiben.

Berliner Jung, hässlich

Saturday, 22. March 2008

Konrad Endlers Midipop-Revival hat inzwischen die hässlichen Studiokosten eingespielt und ist darum nun zum freien Download verfügbar. Außerdem ist der Musiker und Textschreibmensch seit einer Weile Mitglied der großartigen Surfpoeten und Haber zweier Videos.

Zu guter Letzt scheint sein Blog seit Anfang des Jahres einen neuen RSS-Feed zu betexten, weshalb ich diesen ganzen Schnee von gestern gerade als geballten Newsflash aufgesogen haben.