Völlerei und Müßiggang – von mehr könnte ich zur Zeit nicht berichten. Wer dafür einen Soundtrack benötigt, kann es mit Babarzum versuchen. Alle anderen sind eingeladen, mit mir über das Cover zu schmunzeln:
Großartig, nicht?
Erinnert sich noch jemand an Babar den Elefanten? Ich habe gerade gelesen, dass er ein finsteres Geheimnis haben soll. Weiß jemand mehr darüber?
Weil Kafka mich immer noch ganzheitlich beschäftigt hält, gibt es heute nur das schöne Lied, das die crisco connection unter der Woche ausgegraben hat:
Ich habe zwar schon darüber geschrieben, aber man kann Konrad Endlers ‘Midipop Revival‘ einfach nicht oft genug loben. Ein besonderes Highlight ist sein Bericht über eine Ausstellung, auf der ich auch schon mal gewesen sein muss:
Willkommen im Mittelalter II Bitte berühr’n sie nicht die Exponate Willkommen im Mittelalter II Lassen sie sich von der Zeit inspirieren
Willkommen im Mittelalter II Man glaubte, die Erde wär’ eine Kugel im All Und wenn der Tod kam, dann war es vorbei mit dem Leben Manch einer glaubte deshalb an ein höheres Wesen
Willkommen im Mittelalter II Seh’n sie, der Alltag der Leute war nicht gerade einfach Oft war die Nahrung von minderer Qualität Und in der Luft hing der Luft aus den Dieselmotoren
MOTOREN, MOTOREN, MOTOREN, MOTOREN …
Willkommen im Mittelalter II
Am Automaten hören sie Zeugen der Zeit “Berlin: …”
- Konrad Endler: Mittelalter II
Synthi Midi-Pop, wie er damals zwar nicht war, aber schon immer hätte sein sollen. Ehrlich!
So großartig Last.fm auch sein mag, diese ein-Name-eine-Seite-Sache (die man sicher auch in Schlausprech beschreiben könnte) hat bisweilen skurrile Folgen:
(Diese ‘User Tags’ haben sich für die Band(s) ‘Pest’ angesammelt.)
Die Erklärung dieser sonderbaren Ausgabe ist einfach und steht auch gleich daneben:
There are several bands operating under the name of ‘Pest’…
Pest is one of the newer bands on the Ninja Tune label.
Pest is a black metal band from Sweden.
There is also another black metal band called Pest, from Germany.
And a third black metal band called Pest, nowadays inactive, from Finland.
Lustig genug, als dass mich die Corpsepaint – Visagen und ihre umgedrehten Kruzifixe in meinem Profil kaum noch nerven. Mal sehen, was für Nachbarn mir in der nächsten Zeit generiert werden, falls das Pestgehöre so weitergeht.
Wie schon angekündigt, noch ein paar Worte zum ‘Freakquenzy Roundup 2007‘, der diesjährigen Episode des Party-Urgesteins. Insgesamt war es ein wirklich schöner Abend, auch wenn diverse Leute, mit denen ich felsenfest gerechnet hatte, scheinbar irgendwo verschollen sind. Hier soll es jetzt aber um die Musik gehen – genauer gesagt um eins der vielen Konzerte.
Zumindest für mich hat das Festival gleich mit dem absoluten Highlight losgelegt: ‘Das Bluul‘ haben sich dem ‘The Call of Cthulhu‘ – Stummfilm der H.P. Lovecraft Historical Society angenommen und ihn live neu vertont. Dabei wurde nicht einfach eine Musik gegen eine andere getauscht, sondern gleich der ganze Film umgekrempelt. Die ursprüngliche Musik zielt darauf ab, den Film glaubwürdig als Relikt der 20er Jahren wirken zu lassen (er ist von 2005) und dramatisiert die Story von ‘The Call of Cthulhu’ auf diesem Wege ausgesprochen gut. Hier im Trailer zu sehen und zu hören:
‘Das Bluul’ machen nun etwas ganz anderes: Sie kümmern sich weniger um die Geschichte, dafür aber umso intensiver um die Stimmung des Films. Das kosmische Chaos bricht über scheinbar vertraute Welt herein und lässt nicht viel übrig vom Verstand derjenigen, die im Weg stehen. Das ist im Film zu sehen und wird von der Musik eindrucksvoll unterstrichen, während die Handlung im Hintergrund verschwindet. Das Alles passiert nach den Regeln des Drone: Diverse Instrumente und elektrische Soundspielzeuge werden dazu gebracht, ein Dröhnen zu erzeugen, das Körper und Geist der Zuhörer mit verstörender Kraft packt und betäubt und aufgelöst zurück lässt. Eher untypisch für das Genre – aber darum nicht weniger passend – waren Carstens (’Chronicle of Tyrants‘) Drums, die den kultischen Exzessen auf der Leinwand noch mehr Nachdruck verliehen haben, während sich das übrige Programm als dunkler Soundteppich durch den Abend gewalzt hat.
Schade, dass es keine CDs gab – Ich hätte mich gerne nochmal ohne fremde Bilder mit ‘Das Bluul’ befasst. Im Moment laufen hier gerade der Film und die neue Sunn O))), was interessanterweise auch ganz gut funktioniert. Die enge Verwandtschaft dieser beiden Bands unterstreicht auf der anderen Seite allerdings auch ihre Unterschiede: ‘Das Bluul’ klang aggressiver, gehetzter und wenig dumpf …
… oder, wie schon der Namensgeber beschrieben worden ist: “Das Bluul streckte schwankende Pseudopodien aus. Die lichtgrauen Gebilde stiegen gleich riesenhaften Rüsseln empor. Ihre verdickten Enden verfärbten sich schwarz, als sie in das Vakuum des Raumes hinausstießen. Eine Weile wogten sie wie unentschlossen hin und her. Dann hatten sie ihr Ziel gefunden. Sie richteten sich auf ein grünlich blinkendes Etwas und empfingen die Botschaft über den trennenden Abgrund der Nacht hinweg.“
Der Haegi und seine ‘Freakquenzy’ – Compañeros machen Partys für Leute mit Spaß an Livemusik der gedröhnten Art. Nächstes Wochenende steht das Labelfestival in Drebber auf dem Plan und das könnte sich durchaus lohnen. Ich werde ziemlich sicher da sein und kann diese Landpartie ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Das hier ist eine Abendplanung, die in der GoogleGroup bestimmt noch aktualisiert wird:
Basics:
Termin: 21.07.07
Beginn: 18:00 Uhr (pünktlich!)
Eintritt: VOR 20:00 Uhr: 6 Euro — NACH 20:00 UHR: 8 Euro