Archiv für die Kategorie 'Sachen machen'

Es bleibt beim Input

Dienstag, 09. Juni 2009

Meine Biographen werden dereinst vermutlich die einzigen Menschen sein, die von den aktuellen Wochen noch genervter sein werden, als ich es heute bin. Vielleicht helfen die drafts im Nachlass bei der Erklärung, vielleicht auch nicht. Arbeit und Unistoff ergänzen sich jedenfalls ganz wunderbar dabei, mir nicht unbedingt die Zeit, ganz sicher aber den Nerv für Blog(s) und anderes zu rauben.

Die gute Seite der Geschichte ist allerdings, dass Bücherstapel und Guckliste sich in erstaunlichem Tempo verflüchtigen und sich dann irgendwann sicher auch wieder in Texte verwandeln werden. True Blood habe ich beispielsweise gesehen, Oscar Wilde gelesen und mir außerdem eine ganz schnieke Materialsammlung angelegt, auf deren Grundlage ich die Michael Ende »Debatte« von neulich noch einmal nachvollziehen möchte. Irgendwann dann.

Zeitvertreib

Dienstag, 26. Mai 2009

Auf der Arbeit liegt ein Taschenrechner herum, mit dem sich tolle Sachen anstellen lassen: Wie viel Geld verdiene ich in der Minute? Wie viele Lieder wird das Radio noch ausrotzen, bis ich nach Hause gehen kann? Bleibt noch Sekundenlohn über, wenn ich nebenher bei »uns« gekaufte Produkte verspreise? Ab welchem Esstempo futtere ich mich ins Minus. Sowas.

Es ist schwierig, über etwas anderes als die Arbeit zu schreiben, weil sie den Rest zur Zeit weitestgehend verdrängt. Die Arbeit selbst gibt nicht viel her, das nicht ohnehin jeder weiß (oder sich zumindest denken kann). Schlussendlich wohl wieder nur eine Frage der richtigen Worte – aber auch die scheinen so irrsinnig weit weg zu sein. Schlimm ist das eigentlich nicht – besonders interessant aber leider auch nicht.

Essen

Mittwoch, 06. Mai 2009

So richtig funktioniert hat es noch nicht mit dem versprochen Mehr an Text – zumindest nicht an der sichtbaren Oberfläche. Im Hintergrund habe ich ein paar Anläufe gestartet, dann aber doch alles wieder verworfen. Manches war mir zu schade für einen kurzen Text, das meiste eher zu blöd. Das Problem sind die Themen: Vieles von dem, was mir über die letzten Jahren wichtig war, wird zur Zeit gedreht, gewendet und (wenigstens zum Teil) aufgegeben, und die neuen Sachen haben sich noch nicht so recht ins Blogformat übersetzen lassen. Bleibt der Rückgriff auf das Bewährte. Ein Foto mit Nahrung drauf:
Pilze

Pilze in einer Pfanne

Mehr Text

Montag, 20. April 2009

Ich sollte wieder mehr schreiben, möchte wieder mehr schreiben und werde auch wieder mehr schreiben. Nur noch nicht unbedingt heute.

Ein kleiner Ausnahmezustand

Freitag, 17. April 2009

Fast zehn Minuten haben wir gestern gebraucht, um in dem nervigen Geräusch jenseits des Fernsehers einen Feueralarm zu erkennen. Dann mit Hochdruck: Schuhe an, Fenster zu, (Achtung Geistesgegenwart:) Bier gegriffen und runter. Den Aufzug profimäßig nicht benutzt und statt dessen über zehn Stockwerke abwärts durch das Treppenhaus gesprintet. Auf den ersten paar Metern habe ich noch nach unten gestarrt und nach Flammen oder Rauch gesucht, bevor mein Verstand sich dann erfolgreich darauf eingeschossen hat, dass sich ein Blödmann am Alarmknopf vergriffen haben wird.

Im Treppenhaus ist der Alarm unerträglich laut – die Szene gespenstisch. Ein kleiner Junge kommt uns entgegen und will nicht mit nach unten: »Ich muss meinen Papa holen.« Immer noch kein Rauch in Sicht, also soll er machen – bei der Nachbetrachtung eine falsche Entscheidung. Nächstes mal wird das anders gehandhabt … Ein Stockwerk tiefer dann der nächste Fußgänger in der Gegenrichtung: »Gehn se wieder hoch – is ne Übung.« Beruhigt aber neugierig geht es weiter. Draußen ein Menschenauflauf, diverse Feuerwehrfahrzeuge und die mehr oder weniger souverän durchgeführte Bergung einer verletzten Person aus einem verrauchten Zimmer.

ÜbungseinsatzDie Übung durch das Telefon betrachtet

Es kommt niemand auf die Idee, den Alarm auszuschalten. Wie viele Rollstuhlfahrer und laufschwache Rentner mit Todesangst an den Treppenabsätzen der oberen Stockwerke gestrandet sind, weiß kein Mensch. Schlimmer noch: Es scheint auch niemanden zu interessieren. Auf das Problem angesprochen, verweist mich ein Feuerwehrmann auf die Hausmeisterin, die noch ein paar Minuten mit der Sirene ringen wird. Den Ernstfall auch nur zu denken, macht schlimme Bauchschmerzen.

Raubtierfütterung

Samstag, 11. April 2009

Ich komme nicht mit Katzen klar. Die erste will nur fressen, wenn die andere vorher was hatte. Diese wiederum verweigert die strategisch günstigen Futterplätze und verlangt ihren ekelhaften Fraß in Sichtweite zu den Mistviechern der Nachbarschaft. Auf mein mehrsprachiges Rufen reagieren grundsätzlich die falschen Tiere, die sich dann auch nur mit Hilfe mehrerer Wassereimer wieder entfernen lassen. Und so weiter und so fort.

Für heute habe ich es allerdings fast geschafft, und morgen wird zunächst die Ausrüstung parat gelegt: Drei gefüllte Eimer Wasser für die Nachbarn, eine Dose Stinkefutter, ein Atemschutz, damit ich von dem Geruch nicht kotzen muss, eine speziell gekennzeichnete Gabel, die unter keinen Umständen den Weg auf meinen Esstisch finden wird und ein dicker Handschuh gegen die Krallen.

Ich gebe zu, dass es größere Probleme auf der Welt geben mag. Für heute Abend bin ich mit diesem allerdings bereits voll ausgelastet gewesen.

Aus der Mehrwertschmiede

Freitag, 03. April 2009

Auf irgendwelchen sonderbaren Kanälen scheint auch der letzte Vollhorst den Gewaltcharakter geschäftlichen Miteinanders zu empfangen. Besonders in den Abendstunden wird diese Erkenntnis spürbar. Gestern Abend habe ich versucht, einem Kunden zu erklären, dass er zwar recht mit seiner Annahme hat, meinem Chef ein wenig seiner Verfügungsgewalt über mich abgekauft zu haben, gleichzeitig aber den Rahmen falsch einzuschätzen. So richtig verstanden hat er das nicht.

Auch ein Verweis auf die Höflichkeitsgeschichte wollte nicht so recht ankommen; »Verpiss dich«, hat dann aber funktioniert. Ich habe die Pointe vergessen.

Lifestyle

Samstag, 28. März 2009

Egotronic auf dem Dorf – auf meinem, um genau zu sein. Die Feierei an und für sich war ganz lustig, alles andere eher verstörend. Viele Pali-Tücher um mich herum (irgendwer hat das neulich mal als Realsatire bezeichnet). Nach der Veranstaltung wurden wir draußen von Sprechchören in Empfang genommen: »Nieder, nieder mit den Antideutschen«. Gesprechchort wurde auch drinnen; irgendwas mit »Hurensohn«, glaube ich. Genau verstanden habe ich es nicht. Torsun wird es besser wissen, immerhin hat er zwischendruch angemerkt, selten so dämliche Geschichten aus seinem Publikum gehört zu haben. Auf einer komatösen Wanderung durch die Lingener Innenstadt gab es noch (im Grunde ganz nette) Auseinandersetzungen mit den Eingeborenen und ich habe nun erstmals das Gefühl, tatsächlich an meinem neuen Wohnort angekommen zu sein. Kann nicht sagen, dass es vorher schlechter gewesen wäre. …

Nachtrag: Diese »Auseinandersetzungen« waren selbstverständlich friedlicher Art. Ich weiß auch nicht, warum mir so ein Krawallwort in den Sinn gekommen ist.

Studentenpisa, bla

Mittwoch, 18. März 2009

Der Spiegel und studiVZ veranstalten einen Wissenstest – ein »Studentenpisa«, wie sie das nennen. Davon abgesehen, dass es gar nicht mal so uninteressant zu lesen ist, was man beim Spiegel für Allgemeinbildung hält, sind sogar noch ein paar trickreiche Denksport-Aufgaben eingebaut:

Während man noch so darüber nachdenkt, ob »Morde und Entführungen der RAF im Herbst 1977« tatsächlich eine adäquate Antwort auf die Frage »Was ist der Deutsche Herbst?« sind, vergehen die 30 Sekunden für die Antworterei wie im Fluge. Wer sich unsicher ist, ob Israel zur »Achse des Bösen« zählt, oder vielleicht doch weniger als 6 Millionen Juden von den Nazis ermordet wurden, dürfte ebenfalls seine Schwierigkeiten mit dem Test bekommen.

… Die versprochen »persönliche Auswertung« gibt es für alle TeilnehmerInnen heute schon von mir: Und sie, Sir … sind ein Affenarsch!

Mein LibraryThing

Sonntag, 15. März 2009

Ich habe mir gerade testweise einen Account bei LibraryThing.com eingerichtet und auch schon ein paar ISBN-Nummern abgetippt. Ob die Spielerei mehr als eine solche ist weiß ich noch nicht. Aber schon die kleinste Chance, mich langfristig von Stapeln, Listen und Karteikarten zu verabschieden, ist mir die Mühe wert. Benutzt das noch irgendwer? Zuppi habe ich schon gefunden.