Eine Woche ist sie nun schon her, die Berliner Buffy-Konferenz mit dem Titel ‘She Saved the World – A Lot‘. Zuppi hat bereits berichtet, ansonsten ist es eher still geblieben, obwohl doch recht viele Blogbetexter vor Ort waren. Meine eigene Nachbereitung ist an nicht vorhandenen Mitschriften und der immer noch knappen Zeit gescheitert. Hier jetzt nur schnell die wenigen Bruchstücke, die eine leider recht chaotische Woche überstanden haben:
Im recht gut besuchten Roten Salon der Berliner Volksbühne gab es fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion über Buffy the Vampire Slayer. Soweit ich weiß, sind alle Veranstaltung (inkl. reger Publikumsdiskussionen) mitgeschnitten worden, und sollen – wie möglicherweise auch ein Buch zur Veranstaltung – demnächst veröffentlicht werden. Ich werde mir die Zusammenfassungen aus dem Gedächtnis darum ersparen, und noch ein wenig bei dem Drumherum bleiben.
Genauer: Bei der Frage, was das eigentlich für Leute sind, die so eine Konferenz besuchen. Linke / gesellschaftskritische / kommunistische Buffyfans größtenteils, aber auch andere. In den Diskussionen stellte sich heraus, dass einige Besucher Buffy nur vom Vorbeizappen kannten und eher aus Neugierde gekommen waren. Da die Buffylinke bei ihrem ersten öffentlichen Treffen darauf verzichtet hat, ein Grundsatzprogramm vorzulegen, bin ich mir allerdings nicht so sicher, ob diese Neugier auch tatsächlich gestillt wurde.
Als das Abschlusspodium aus dem Publikum heraus gefragt wurde, worin der Unterschied zwischen »unserer« Buffy-Rezeption und derjenigen der ideologisch denkenden Massen bestünde, bekam der selbsternannte Nichtbürger gleich zwei Antworten. Zunächst gab es eine Entwarnung: Die Zuschauerzahlen der Serie seien genau dann eingebrochen, als es wirklich interessant und kritisch wurde. Die zweite Antwort traf den Punkt dann besser: »Wir« mögen Buffy aus dem gleichen Grund wie »die«, sind uns gar nicht so unähnlich und schätzen Buffy nicht obwohl es Fernsehen ist, sondern weil es gutes Fernsehen ist.
Soweit die sympathische Positionierung. Man könnte fairerweise noch dazu sagen, dass dieses »wir« sich vorher bereits über etwas sonderbare Abgerenzungversuche gegenüber der bürgerlichen Buffy Studies (die den meisten Menschen wahrscheinlich schon rätselhaft genug sein werden) eingeschlichen hatte.
Um es kurz zu machen: Es gab verschiedene sehr spannende Überlegungen zu der Fernsehserie (und ihrer Fortsetzung im Comic), die sich zentral mit der Spaltung der Welt ins Phantastische und den Alltag zwischen Schule, Beruf und Beziehung befasst haben. In welchem Verhältnis Monstergeprügel und kapitalistischer Normalbetrieb zueinander stehen, war die eine Frage – welche Rolle die Kulturindustrie als (selbst reflektierter) Ursprung dieser Erzählung spielt, die zweite.
Es ist schon sonderbar, wie unvollständig so ein Text ohne die obligatorische Entschuldigung für (oder meinetwegen auch Erklärung der) eigenen Begeisterung für Buffy wirkt. Ich belasse es trotzdem erstmal dabei und vertage das Inhaltliche auf den nächsten Anlass – auf die Lektüre des Buches zum Bespiel.